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Kunden ambivalent beim digitalen Abschluss

31.10.2016 – Vertrag_Petra Bork_pixelioDie Mehrheit der Deutschen (55 Prozent) kann sich nicht vorstellen, eine Versicherung im Internet abzuschließen. Zu diesem Ergebnis kam die GfK, die im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Online-Interviews mit 1.591 Teilnehmern zum Thema Digitalisierung führte. Zusätzlich wurden 624 Kunden mit Offline-Abschlüssen in den vergangenen zwei Jahren sowie 363 Kunden mit einem Online-Abschluss interviewt. Das Ergebnis zeigt eine ambivalente Haltung zum digitalen Service.

Unter den Befragten gaben 82 Prozent an, dass sie sich online über Preise und Leistungen informieren, den Kauf mehrheitlich aber offline abwickeln. Das Alter spielt beim digitalen Abschluss keine entscheidende Rolle: 27 Prozent der über 60-Jährigen haben schon einmal eine Versicherung online abgeschlossen, bei den unter 30-Jährigen liegt der Anteil mit 30 Prozent nicht signifikant höher. In der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen haben immerhin 36 Prozent bereits eine Police im Internet abgeschlossen.Wir haben es – anders als man gemeinhin vermutet – somit nicht mit einer aussterbenden Zielgruppe zu tun, die den personellen Vertrieb nutzt. Er wird auch in Zukunft ein wichtiger Kanal bleiben”, erklärt Christian-Hendrik Noelle, Geschäftsführer Digitale Agenda, IT und Services des GDV.

Trotz der Zurückhaltung bei digitalen Abschlüssen haben die Befragten den Anspruch, Versicherungsverträge online verwalten zu können. Für 42 Prozent erscheint eine Schadenregulierung über das Smartphone sehr sinnvoll. Die Versicherten zeigen sich in der Praxis mit dem aktuellen Kommunikationsmöglichkeiten zufrieden: 85 Prozent benoten die Kommunikation als gut oder sehr gut. Wer hingegen einmal eine Versicherung über das Internet abgeschlossen hat, tritt mit höheren Erwartungen an die digitalen Kommunikationswege auf: 34 Prozent sind nur mit Einschränkung zurfrieden.

Geht es an die Tarifierung, finden 76 Prozent der Deutschen es gerechtfertigt, dass Raucher in der Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung mehr bezahlen als Nichtraucher. Sogar 83 Prozent empfinden das verbreitete Prämiensystem in der Kfz-Versicherung mit Schadenfreiheitsrabatt, Typklassen und Regionalklassen als gerecht. Nur 17 Prozent finden dies ungerecht und plädieren für einen einheitlichen Tarif, unabhängig von Alter, Unfallhistorie und jährlicher Fahrleistung.

Geht es allerdings um die Weitergabe der eigenen Daten, zeigten sich die Befragten kritischer: Nur 14 Prozent der Befragten sind bereit, Nutzerdaten von Smart Home an die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung zu melden, 27 Prozent würden Ihre Fahrdaten an die Kfz-Versicherung weitergeben. Nur zehn Prozent der Befragten würden Daten aus Fitness- und Ernährungs-Apps an die Krankenversicherung, nur sechs Prozent an Lebensversicherungen. (vwh/jh)

Bild: Die Mehrheit der Befragten recherchiert online, schließt aber den Versicherungsvertrag offline ab. Quelle: Petra Borg / pixelio.de

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