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Kreditversicherer: Neues Rekordhoch bei Ausfallrisiken

05.12.2014 – ralf_meurer_uskVon VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek.

Das Deckungsvolumen für Kreditversicherer erreichte im dritten Quartal 2014 mit 387 Mrd. Euro ein neues Rekordhoch. Dies entspricht einem Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem ist das Lieferantenrisiko für Unternehmen aus politischen Krisenherden weltweit deutlich gestiegen.

Allerdings erhalten die Unternehmen für politisch bedingte Zahlungsausfälle von Warenlieferungen Versicherungsschutz, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). “Territoriale Streitigkeiten, wie zwischen Russland und der Ukraine, waren in den letzten 20 Jahren in Europa unvorstellbar”, sagte Ralf Meurer, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung des GDV. In solchen Krisenherde – zu denen auch der Mittlere Osten, Südamerika und Asien zählen – würde eine deutlich höhere Insolvenzgefahr bestehen.

Neben der rein wirtschaftlichen Absicherung des Zulieferers gegen einen Konkurs des Warenempfängers bieten die Kreditversicherer auch politischen Schutz, wenn ein Geschäft durch Sanktionen oder Devisenbeschränkungen platzt. “Politscher Zahlungsausfallschutz ist tendenziell aber etwas teurer als die wirtschaftliche Absicherung”, so Meurer.

Aufgrund der Russlandkrise und einer allgemeine Abschwächung der Konjunktur in Europa und China gehen die Kreditversicherer davon aus, dass es 2015 mehr Insolvenzen in Deutschland geben wird. Denn seit 2009 ist die Zahl der Firmenpleiten von 32.687 auf geschätzte 24.500 in 2014 kontinuierlich gesunken.

Zudem fordert der GDV eine gesetzliche Regelung, die ausufernde Rückforderungen von Insolvenzverwaltern wieder eindämmen soll. Andernfalls dürften Stundungs- und Ratenzahlungen bald der Vergangenheit angehören. Damit könnten zusätzliche Firmen in eine Pleite getrieben werden. „Wir wünschen uns zumindest, dass die Rückforderungsfrist auf drei Jahre beschränkt wird“, so Meurer.

2014 blieben die Kreditversicherer mit Ausnahme des Weltbild-Verlags vor großen Insolvenzen verschont. Kleinere Schäden entstanden hingegen durch die Insolvenz des Mitteldeutschen Fahrradwerkes MIFA und der Hansa Group AG. Der Schadenaufwand der Branche sank in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 um 33,7 Prozent auf 423 Mio. Euro. (usk)

Bild: Ralf Meurer (Quelle: Uwe Schmidt-Kasparek)

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