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Kostenquote ist für die Kfz-Versicherung existenziell

24.02.2015 – juergen-cramer-150Die Kostenquote in der Kfz-Versicherung wird für die Versicherer immer wichtiger. Wer einen Markendurchschnitt von 18 Prozent nicht unterschreiten könne, wird künftig “immer stärkere Probleme bekommen”, sagt Jürgen Cramer, Vorstandsmitglied der Sparkassen Direktversicherung AG. Dies treffe allerdings nicht nur die “klassischen Anbieter”. VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek sprach mit ihm anlässlich der heute beginnenden 12. BF21-Jahrestagung “Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus” in Köln.

VWheute: Rund 2,18 Mio. Kunden haben Ende 2014 ihren Kfz-Versicherer gewechselt. Laut dem Markbeobachter Yougov ist das eine Steigerung von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wer ist der Treiber dieser Entwicklung?

Jürgen Cramer: Zunächst einmal muss man abwarten, ob die Realität sich mit den Ergebnissen der Marktforschung deckt. Das wird die Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dann später zeigen. Aber wahrscheinlich ist es in der Tat zu einer leichten Steigerung gekommen. Dafür gibt es mehrere Gründe. So haben die nach mehreren Verlustjahren notwendigen Prämienerhöhungen die Kunden zum Vergleichen animiert. Gleichzeitig ist die die Nutzung von Vergleichsportalen dem Verbraucher inzwischen vielfach in Fleisch und Blut übergegangen. Das gilt für Strom, Telefon, Reise und natürlich auch für Versicherungen. Und dann stellt der Kunde insbesondere der teuren Versicherer eben fest, was er sparen kann.

VWheute: Der Preisdruck in der Kfz-Versicherung über Vergleichsportale hält an. Werden “teure” Kfz-Versicherer aus dem Markt aussteigen?

Jürgen Cramer: Eine aktive Entscheidung für ein Aussteigen wird es wohl aufgrund der volumenmäßigen Bedeutung der Kfz-Versicherung bei den meisten Versicherer nicht geben. Aber das wird dann der selbst entscheidende Kunde für die Versicherer erledigen. Immer wichtiger wird eine gute Kostenquote – wer den Marktdurchschnitt von 18 Prozent nicht unterschreiten kann, wird immer stärkere Probleme bekommen. Und das sind übrigens nicht nur die “klassischen” Anbieter. Unser Haus liegt derzeit bei 13 Prozent.

VWheute: Herstellerbanken, wie die Volkswagen Financial Services AG, holen immer mehr Kfz-Verträge in der Paket-Neuwagen-Finanzierung. Wird sich hier der Markt spalten, zwischen Online-Anbietern und Point-of-Sales-Verkauf?

Jürgen Cramer: Laut GDV-Statistik ist der Anteil der Direktversicherer am Absatz von Kfz-Versicherungen deutlich gestiegen, aber nicht der Anteil der Autohäuser. Aber in der Tat: Die Autohersteller sind in diesem Feld des Paketverkaufs sehr aktiv. Warum? Weil sie über Quersubventionierung den Autoverkauf fördern wollen, und weil sie Autos im Falle eines Unfalls in die eigenen Werkstätten lenken wollen. Vordergründig günstige Angebote werden sicherlich zunehmend Kunden überzeugen, am Point of Sale abzuschließen. Aber zaubern können auch die Autohersteller in ihren Kooperationen mit ausgewählten Versicherern nicht. Somit sind die Angebote für Kunden häufig nicht attraktiv.

Bild: Jürgen Cramer (Quelle: Sparkassen Direktversicherungs AG)

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