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Kostendruck treibt interne Fusionen an

17.07.2015 – Helmich_Dr_Christoph ContinentaleUnternehmensinterne Verschmelzungen sollen Kosteneffizienz der Versicherer verbessern. Solvency II sei dafür nicht ursächlich verantwortlich, erklären mehrere führende deutsche Versicherer gegenüber VWheute. Vielmehr erhoffen sie sich dadurch Synergieeffekte mit Kosteneinsparungen. Die Umwandlung der Sparten bringe Steuervorteile, konstatiert der Continentale-Chef Christoph Helmich.

Die Gründe für die voranschreitende Branchenkonsolidierung (siehe DOSSIER) sind unterschiedlicher Natur. Erst kürzlich führte Ergo-CFO Christoph Jurecka die Integration von D.A.S. in den Mutterkonzern Ergo auf die Auflagen von Solvency II zurück. “Wir wollen durch die Reduktion von Rechtsträgern das Risikokapital gemäß Solvency II reduzieren”, wird er in VWheute zitiert. Doch nicht alle Unternehmen machen die EU-Richtlinie für interne Zusammenschlüsse ihrer Tochtergesellschaften verantwortlich.

Bei der Entscheidung, Sparten zu vereinigen, habe “Solvency II keine Rolle gespielt. Ausschlaggebend war hier vielmehr unsere Multikanalstrategie”, sagt der Gothaer Vertriebsvorstand Hartmut Nickel-Waninger gegenüber VWheute über die Integration der Asstel Sach und Leben in den Konzern. Auch der Talanx-Konzern sieht sich hinsichtlich der Kapitalisierung solide aufgestellt. Solvency II sei für mögliche interne Zusammenschlüsse nicht ausschlaggebend, erklärt das Unternehmen.

Christoph Helmich, Vorstandsvorsitzender im Continentale Versicherungsverbund, erklärt, dass der Verbund seine gesamte Geschäftspolitik zunehmend auf die neuen Anforderungen von Solvency II ausrichte. Unternehmensinterne Verschmelzungen (z.B. Continentale Lebensversicherung und Continentale Krankenversicherung) wurden jedoch aus reinen Steuer- und Kostenvorteilen durchgeführt, sagt der Continentale-Chef auf Anfrage von VWheute.

Durch das niedrige Zinsumfeld sind auch Versicherer gezwungen, ihre Kosten zu reduzieren. Axa-Kommunikationssprecherin Kerstin Bartels gibt an, dass bei den letzten konzerninterenen Zusammenschlüssen (Integration der DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung in die AXA Lebensversicherung AG und die Verschmelzung der winsecura Pensionskasse auf die Pro bAV Pensionskasse AG, beides im Jahr 2013) das Ziel war, “die Konzernstruktur weiter zu optimieren und durch Komplexitäts-und Tarifreduktion Effizienzvorteile zu erzielen.”

Für die Concordia Gruppe waren hingegen weder die Marktzinsen noch Solvency II auslösende Faktoren für die Fusion ihrer beiden Töchter Concordia Leben und Oeco Capital. Trotzdem erwarte man dadurch “Synergieeffekte, um den Herausforderungen der genannten Rahmenbedingungen besser zu begegnen”, erklärt das Unternehmen. (dg)

Bild: Christoph Helmich, Vorstandsvorsitzender im Continentale Versicherungsverbund (Quelle: Continentale)

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