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Können deutsche Versicherer von Polen lernen?

26.05.2015 – trochimczuk_sollersVon Michał Trochimczuk. Zu kommunistischen Zeiten beherrschte in Polen das Unternehmen PZU den Versicherungsmarkt, das aufgrund seiner Monopolstellung allerdings ineffektiv operierte. Seit 1989 wandelt sich der polnische Versicherungsmarkt. Zahlreiche internationale Versicherungsunternehmen, darunter viele deutsche Firmen (Talanx, Allianz, ERGO, Inter, Gothaer oder Signal Iduna), wagten dort den Markteintritt.

Die PZU musste mitansehen, wie diese neuen Akteure – die plötzlich neue Prozesse und Systeme einführten – den Markt veränderten: bis 2000 verlor die PZU 65 Prozent des Marktes. Heutzutage gelten polnische Versicherer, die größtenteils über Vermittler und Makler agieren und auf moderne Systeme und Prozesse setzen, als Best Practice. Die Verwaltungskosten einiger polnischer Versicherer liegen bei gerade mal 3,1 Prozent (inkl. Kosten für Personal, IT, Miete).

Mittlerweile hat auch die PZU ihren Kurs geändert. Mit der Einführung eines neuen, modernen Bestandssystems setzte sie eine Transformation in Gang, die ihre ganze Unternehmensorganisation mit Unterstützung von Sollers Consulting revolutionierte.

Dass der polnische Versicherungsmarkt neuen Trends folgt, zeigt seit April 2015 auch das direkte Schadenmanagement. Polnische Kunden müssen bei Unfall nur den eigenen KfZ-Versicherer kontaktieren. Auch dann, wenn sie nicht der Unfallverursacher sind. Die Kostenabrechnung erfolgt dann direkt zwischen den Versicherern. Dies optimiert den Kundenservice wie Beispiele aus Frankreich und Spanien verdeutlichen.

1989 lernte Polen von seinem deutschen Nachbarn. Sollten Versicherer in Deutschland jetzt vielleicht polnischen über die Schulter schauen?

Bild: Michał Trochimczuk ist Managing Partner bei Sollers Consulting. (Quelle: Sollers)

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