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KMU: Elementarschäden nehmen zu

23.11.2015 – thomas_leicht_gothaerDie Zunahme von Elementarschäden bei kleinen und mittleren Unternehmen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. “Auch Angriffe auf IT-Systeme und Daten verunsichern unsere Kunden”, sagt Thomas Leicht, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine AG, gegenüber VWheute. Allerdings zeige die neue KMU-Studie der Gothaer, die heute vorgestellt wird, dass der Versicherungsschutz noch immer vernachlässigt werde.

VWheute: Wie hat sich die Risikowelt für kleine und mittlere Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt?

Thomas Leicht: Generell ist in den letzten Jahren eine Zunahme von Elementarschäden zu verzeichnen. Auch Angriffe auf IT-Systeme und Daten verunsichern unsere Kunden aus dem Bereich der KMU. Wichtig ist es aber vor allem, den Versicherungsschutz regelmäßig zu prüfen. Dies tun jedoch weniger als die Hälfte der KMUs jährlich. Das zeigt die Gothaer KMU-Studie 2015.

VWheute: Ist das Risikobewusstsein der Unternehmer entsprechend mitgewachsen?

Thomas Leicht: Eher nicht. Unsere Studie zeigt, dass viele – vor allem jüngere und kleinere Unternehmen – den Versicherungsschutz noch immer vernachlässigen. Generell sichern sich rund die Hälfte der kleinen und mittelständischen Unternehmen nur mit bis zu drei Versicherungen ab. Bei jüngeren Unternehmen sind es sogar nur 24 Prozent.

VWheute: Auf welchen Versicherungsschutz sollten kleine und mittlere Unternehmen auf keinen Fall verzichten?

Thomas Leicht: Das kommt individuell auf die Größe des Unternehmens und die Branche an. Eine Betriebshaftpflicht und Feuerversicherung sind eigentlich für jedes Unternehmen unerlässlich. Generell ist es auch ratsam, mit einer D&O-Versicherung wichtige Schlüsselpositionen wie Manager, Produktionsleiter oder Geschäftsführer abzusichern. Laut unserer Studie besitzen aber nur zehn Prozent der KMU eine solche Police.

VWheute: Wie sensibel sind die KMU mittlerweile für Cyber-Risiken? Wie hat sich die Nachfrage nach entsprechenden Cyber-Policen entwickelt? Bietet der Versicherungsmarkt hier genügend passende Abdeckungsmöglichkeiten?

Thomas Leicht: Dass Computersysteme und Daten mittlerweile äußerst wertvoll für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sind, wird von unserer Studie bestätigt: 31 Prozent der KMU geben an, dass ein Schaden in diesem Bereich die größten Verluste verursachen würde. Dennoch sind die Unternehmen bisher zögerlich beim Abschluss. Eine Cyberpolice haben bisher laut unserer Studie nur sieben Prozent der befragten Unternehmen abgeschlossen. Auf dem deutschen Versicherungsmarkt gibt es laut des GDV rund 20 Anbieter für Cyber-Versicherungen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Julia Kolhagen.

Bild: Thomas Leicht, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine AG (Quelle: Gothaer)

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