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“Klare Kante” gegen Bürgerversicherung

29.08.2013 – Kieler-SommerDen vom Institut für Mikrodaten-Analyse in Kiel erstmals veranstaltete Gesundheitskongress gestern erreichte die Diskussionswelle um den am Vortag von Bundesgesundheitsminister Bahr publizierten Vorstoß für eine eine Wahlfreiheit zwischen PKV und GKV. Das Thema „Reformierte Dualität oder einheitlicher Krankenversicherungsmarkt?“ konnte insofern nicht besser und aktueller gewählt sein. 

Zwei ordnungspolitisch völlig konträre  Lösungsansätze standen sich beim 1. KielerSommer Gesundheitskongress „Reformierte Dualität oder einheitlicher Krankenversicherungsmarkt?“ gegenüber.

Die Vertreter der Heilberufe bezogen „klare Kante“. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, unterstrich, dass die Zahnmedizin  schon oft  eine Vorreiterrolle übernommen habe. Die Zahnärzte setzten sich  dafür ein, das duale Gesundheitssystem aus GKV und PKV auf der Versicherungs-, Versorgungs- und Vergütungsseite maßvoll aber zielorientiert weiter zu  weiterentwickeln.

Hart ins Gericht ging Bernhard Rochell, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, mit den Befürwortern der Bürgerversicherung, die er als Irrweg sieht. „Unsere Reformvorschläge stehen im scharfen Kontrast zu den  Bürgerversicherungsplänen“. Diese führten unweigerlich zu  einer Zwei-Klassen-Medizin. Die Ärzteschaft trete im Gegensatz dazu für eine Fortentwicklung des jetzigen Systems  ein.

Walter Botermann, Vorsitzender der Vorstände des Alte Leipziger-Hallsche Konzerns stellte für die Branche fest, dass die Qualität des deutschen Gesundheitssystems von  GKV und PKV  gemeinsam getragen werde.  Angesichts der demografischen Entwicklung werde die hohe medizinische  Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens in Zukunft nur erhalten bleiben,  wenn auch die GKV-Mitglieder für ihre Gesundheitskosten im Alter Rücklagen  bilden würden, wie das in der PKV der Fall sei. Die Bürgerversicherung sei keine Option.

Volker Leienbach, Verbandsdirektor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, bewertete auf dem Kongress das Zukunftsmodell von Bundesgesundheitsminister  Bahr zur freien Wahl des Krankenversicherungssystems als „überaus interessant und überlegenswert“. Diese Pläne zeigten den richtigen Weg auf. Zwar seien noch eine ganze Reihe weiterer Überlegungen notwendig. Die Vorstellungen Bahrs bestätigten aber die Berechtigung der Privaten Krankenversicherung als fester Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems. Die PKV hätte mit den Herausstellungsmerkmalen Vertragsfreiheit, kapitalgedeckte Vorsorge und transparente Abrechnung Alleinstellungsmerkmale. Deutschland habe aufgrund des Zusammenspiels zwischen privater und gesetzlicher Versicherung eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. (WO)

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