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Kfz- und Wohngebäudeversicherung auf Erholungskurs

16.06.2015 – Dank einer sehr positiven Entwicklung in der Kfz-Versicherung entspannt sich im Geschäftsjahr 2014 die Gesamtlage der deutschen Schaden-/Unfallversicherer. Auch in der verbundenen Wohngebäudeversicherung greifen die Sanierungsmaßnahmen. In ihrem Marktausblick geht die Rating-Agentur Assekurata daher davon aus, dass die Schaden-/Unfallversicherer auch 2015 einen “nennenswerten versicherungstechnischen Gewinn” ausweisen werden. Sorgenkind bleibt hingegen die Rechtschutzversicherung.

Beitragsanpassungen in der Kfz- und Wohngebäudesparte sowie eine geringere Schadenbelastung als in den Vorjahren sorgten insgesamt für eine Verbesserung der Combined Ration auf 95 Prozent (2013: 101,83 Prozent).

Combined Ratio 2012 - 2014

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Assekurata-Marktüberblick der Schaden-Unfallversicherer nach Sparten. (Quelle: Assekurata)

Trotz der verbesserten Ertragslage warnt Assekurata vor Beitragssenkungen in der Kfz-Sparte. Eine Reihe von Kraftversicherern bewege sich nach wie vor nur knapp oder gar nicht in der Gewinnzone. Für eine marktweit nachhaltige Gesundung der Sparte sind aus Sicht der Ratingagentur daher auch 2015 Beitragsanpassungen angezeigt. Zentral für die Entwicklung der Sparte dürfte zudem der Zugang zu den E-Call-Daten sein. Hier stehen die Versicherer im Wettstreit mit den Autoherstellern, denn beide Seiten wollen die Kunden im Schadenfall in die jeweils angebundenen Werkstätten lotsen. Kurzfristig werden zudem Telematik-Tarife die Sparte verändern. Diese könnten zu einer Verteuerung der Normal-Tarife führen, damit diese risikoadäquat bleiben. Mittel- bis langfristig werden die technischen Fortschritte bei der Entwicklung selbstfahrender Autos den Kfz-Versicherungsschutz grundlegend verändern und Assistanceleistungen noch stärker in den Fokus rücken.

Beitragsanpassungen und eine geringer Schadenquote verbessern die Combined Ratio in der Wohngebäudeversicherung auf 104 Prozent, die damit dennoch im leicht defizitären Bereich verbleibt. Zu den großen Herausforderungen zählen neben der Zunahme von extremen Wetterereignissen die Leitungswasserschäden in älteren Gebäuden. In den Geschäftsjahren 2011 bis 2013 entfielen 54,11 Prozent aller Wohngebäudeschäden auf Leitungswasserschäden, heißt es in dem Marktausblick. Assekurata beobachtet daher, dass die Preisdisziplin bei den Versicherern weiterhin anhält.

In der Rechtsschutzversicherung nimmt der Druck hingegen zu. Grund dafür ist der erwartet Anstieg der zu zahlenden Leistungen von acht Prozent aufgrund des 2013 verabschiedeten Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes. Die Sparte dürfte daher auch 2015 in der Verlustzone bleiben. (vwh/jko)

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