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Kfz: Telematik gegen OEM-Flatrates?

11.07.2014 – Die Kfz-Versicherung wird 2014 voraussichtlich wieder Gewinne schreiben, doch wie lange wird das Hoch anhalten? In vielen Unternehmen könnte die Kraftfahrtversicherung durchaus ihre Bedeutung als größte Schaden-/Unfallsparte verlieren. Zentrale Frage im Gastbeitrag von Marco Morawetz, Leiter Consulting der Gen Re ist, wie die Branche den Herausforderungen in Sachen OEM und Telematik begegnet.

Das Bedrohungspotenzial der OEM (Original Equipment Manufacturer, d.h. Autohersteller) ist keineswegs neu. Der Fortschritt der technologischen Möglichkeiten hat Auswirkungen. Dabei geht es um den eCall und die damit verbundene vollständige Standardvernetzung aller Fahrzeuge. Die große Herausforderung der Versicherungsindustrie besteht nun darin, Zugriff auf einen Teil dieses Systems zu erhalten. Aber selbst wenn Versicherer die Daten für ihre Zwecke nutzen könnten, verbleibt immer noch die freie Wahlmöglichkeit der Kunden zwischen nur einem Vertragsplayer, also dem OEM des Fahrzeugs, oder eben mehreren Vertragspartnern, zum Beispiel dem OEM und einem Versicherer.

Es besteht die Gefahr, dass der Kunde einer „All-in-one“-Paketlösung den Vorzug gibt. Letztgenannter Aspekt liefert sicherlich einen Ansatzpunkt, da derzeitige „OEM-Flatrate“-Konzepte nur sehr einfache undifferenzierte Tarifansätze vorsehen, die Fahrzeuge häufig zu einem pauschalen Preis über mehrere Jahre mit Versicherungsschutz versehen. Andererseits steht bei diesen Mobilitätspauschalen der OEM ein gebündeltes Paket an Leistungen (z.B. das Auto ergänzt um Wartung, Inspektionen, Verschleißersatz, Reifenservice Sommer/Winter, sonstiger Service und die Versicherung) im Fokus, das die isolierten Versicherungskosten in den Hintergrund treten lassen könnte.

Auch wenn die Frage, ob Telematik als Möglichkeit der Branche, darauf zu reagieren, künftig nicht mehr wegzudenken ist, mit derzeitigem Kenntnisstand nicht abschließend beantwortet werden kann, empfiehlt sich vor einem überstürzten Aktionismus zunächst die detaillierte Auseinandersetzung mit den Sachverhalten. So sucht die gesamte Branche inklusive der Systemanbieter und Berater nach wie vor nach dem Business Case, also dem Produktansatz, der relativ sicher umfangreiche Nachfrage generieren könnte. Die Ursache der wiederholten Auseinandersetzung mit Telematikansätzen scheint in erster Linie an den Technologieanbietern und Datenprovidern zu liegen, die händeringend ihre Technik in die Produktion überführen möchten.

Marco Morawetz spitzt seine Analyse zu, indem er auf die S-Ansätze bei Telematikprodukten hinweist. Sicherheit, Service und Sparen sind die Aspekte, um die sich die Entscheidung des Kunden zugunsten eines Telematikproduktes drehen werden.

Darüber hinaus ist es noch reine Spekulation, wie wertvoll die mit hohem Aufwand gemessenen Daten der Fahrzeugnutzung wirklich sind, so Morawetz abschließend: Diese Frage lässt sich aus laufenden Projektaktivitäten mit maximal 2.000 eingebauten Boxen auch nicht mathematisch zuverlässig beantworten. Derzeit ist lediglich die Beobachtung und gegebenenfalls Übertragung ausländischer Erfahrungen möglich – ein Vorgehen, das mit größter Vorsicht und Skepsis erfolgen sollte, da das geltende deutsche Tarifmodell hierbei völlig unberücksichtigt bleibt.

Die komplette Analyse “Kfz-Versicherung: Auf dem Zenit”, lesen Sie in der Juni-Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 6/14).

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