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Keine Lebensversicherung 4.0 in Sicht

19.10.2015 – fellmann_oliver_mark -quelle M.A.R.K.In der Lebensversicherung gibt es aus Sicht des VDVM viele Baustellen, aber keine überzeugenden Lösungen. “Über viele Jahrzehnte war die deutsche Lebensversicherung eine Erfolgsgeschichte” stellte VDVM-Vorstandsmitglied Oliver Fellmann beim diesjährigen Pressegespräch des Verbands fest. Dazu hätten vor allem verlässliche Kalkulationsgrundlagen und ein relativ stabiles Umfeld beigetragen. Doch langsam wende sich nun das Blatt.

Es sei zwar nachvollziehbar und legitim, dass sich die Versicherer von Zinsgarantien verabschieden oder diese zeitlich befristen, insbesondere unter dem Regime von Solvency II mit seinem erhöhten Eigenkapitalbedarf. Dies dürfe aber nicht dazu benutzt werden, dass die Versicherer überhaupt keine biometrischen Risiken mehr tragen wollten – “wer das Risiko Langlebigkeit auf die Versicherten abwälzen will, riskiert, in Zukunft nicht mehr als Versicherer wahrgenommen zu werden.”

Ähnlich sei es mit der Transparenz. Mit der Niedrigzinsphase werde oft auch verschleiert, wie der Rentenfaktor tatsächlich aussieht. VDVM-Geschäftsführer Hans-Georg Jenssen verwies darauf, dass insbesondere bei den neuen Lebensversicherungsprodukten mit reduzierter Garantie der Rentenfaktor erst sehr spät festgelegt werde. Damit komme es zu Problemen bei der Kalkulierbarkeit als Altersvorsorge. Zusammen mit einem geringen Sparfaktor werde die “Planbarkeit zum Lotteriespiel”, so Jenssen. Die Frage stelle sich, ob die “alten” Produkte nicht den neuen überlegen seien, weil sie wenigstens kalkulierbar sind.

Eine Lebensversicherung 4.0 ist nach Fellmann weit und breit nicht in Sicht. Dazu sei eine Automatisierungstechnik Voraussetzung, die durch Verfahren der Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose und Kognition intelligenter wird und die Menschen bei ihrer zunehmend komplexen Arbeit besser unterstützt. In der Versicherungswirtschaft sei aktuell davon nichts zu erkennen – aber es lohne sich, gemeinsam daran zu arbeiten. (sgk)

Bild: VDVM-Vorstandsmitglied Oliver Fellmann (Quelle: M.A.R.K.)

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