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Kapitalanlagen der Versicherer: Erhebliches Potenzial bei Real Estate

03.06.2015 – Von Fred Wagner, Uni Leipzig, und Carolin Schnabel, Commerzbank.

Auch und vor allem im Asset-Management werden Versicherungsunternehmen bzw. Pensionseinrichtungen sowohl durch regulatorische als auch durch wirtschaftliche Hürden vor große Herausforderungen gestellt. Bereits heute haben die aktuellen Rahmenbedingungen Einfluss auf das Investitionsverhalten der Unternehmen in einzelnen Assetklassen. Alternative Assets werden als Möglichkeit gesehen, einen Beitrag zur Optimierung der Rendite-Risiko-Position zu leisten, – jedoch sind sie kein “Allheilmittel”. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

Der Studie zufolge will die Mehrheit der befragten Versicherungsunternehmen bzw. Pensionseinrichtungen ihre Investitionstätigkeit in den nächsten drei Jahren in einzelnen Assetklassen weiter ausbauen. Dabei stehen zunehmend auch alternative Assetklassen, wie z. B. Anleihen und Kredite in Infrastruktur, im Fokus – diese allerdings häufig von einem Ausgangsniveau, das nahe bei “Null” liegt.

Mit 30 befragten institutionellen Investoren repräsentiert die von V.E.R.S. Leipzig in konzeptioneller Zusammenarbeit und im Auftrag der Commerzbank erstellte Studie zirka 54 Prozent Marktanteil der Branche.

Die Relevanz von Fremdkapitalinvestments in Erneuerbare Energien, Real Estate, Corporates und Infrastruktur wird gemischt beurteilt. Für die nähere Zukunft planen die Unternehmen erhebliche Fremdkapitalinvestments in Real Estate, die in drei Jahren durchschnittlich etwa 20 Prozent ihres Kapitalanlagebestands ausmachen sollen. Auch in Corporates sollen dann nahezu 16 Prozent der Anlagen allokiert sein.

Im Gegensatz dazu sehen die Befragten auch in drei Jahren nur einen sehr geringen Anteil an Fremdkapitalinvestments in Erneuerbare Energien (durchschnittlich ca. 1,5 Prozent). Der Anteil von Fremdkapitalinvestments in Infrastruktur sollte zukünftig ebenfalls nur einen geringen Anteil in der Asset Allokation einnehmen, doch zeigt sich, dass sich die Branche in diesem Segment noch etwas mehr engagieren möchte. Die Präferenz liegt hier vor allem im Fondsformat.

Parallel zu den Investitionstendenzen wurden unter anderem Fragen nach dem vorhandenen Know-how in den alternativen Assetklassen beantwortet. Im Bereich Corporates erachten sich 63 Prozent der Versicherungsunternehmen bzw. Pensionseinrichtungen als ausreichend kompetent, um Investitionsmöglichkeiten prüfen und Entscheidungen für oder gegen ein konkretes Engagement treffen zu können.

Mit Blick auf Real Estate sehen sogar mehr als drei Viertel der Unternehmen adäquates Know-how im eigenen Haus und berufen sich dabei teilweise auf ihre Erfahrungen als Eigenkapitalinvestor.

Fremdkapitalinvestments in Erneuerbare Energien sowie in Infrastruktur stellen dagegen eher noch Spezialistenthemen dar, für die eine hinreichende Expertise noch aufzubauen ist und bei denen es einer entsprechenden Unterstützung durch externe Partner bedarf.

Zu den Autoren: Fred Wagner ist Institutsdirektor am Institut für Versicherungslehre an der Universität Leipzig. Carolin Schnabel ist Direktorin und hat die Leitung Kundenbetreuung Versicherungen/ Pensionsfonds D/A/CH bei der Commerzbank inne.

Fred Wagner und Carolin Schnabel gehen heute auf der FinPro in Leipzig (PDF) in ihrem Vortrag auf das Thema ein.

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