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Jeworrek: “Anfälligkeit gegen Naturkatastrophen verringern”

15.07.2015 – nepal_haus_wiesbaden112.de_sebastian_stenzelDie versicherten Schäden aus Naturkatastrophen lagen im ersten Halbjahr 2015 mit 12 Mrd. US-Dollar unter dem langjährigen Durchschnittswert von 15 Mrd. USD. Insgesamt waren Schäden von 35 Mrd. USD zu verzeichnen, während der Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre preisbereinigt bei rund 64 Mrd. USD lag. Zu diesen Ergebnissen kommt die Munich Re. 

“Die Naturkatastrophen des ersten Halbjahres zeigen, dass die Anfälligkeit gegenüber Naturkatastrophen insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern verringert werden muss”, warnt Torsten Jeworrek, Vorstand der Munich Re. Es sei wichtig, Wissen aus der Forschung mit den Trends in der Schadenstatistik zusammenzuführen.

Kurzüberblick globaler Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2015:

  • Am 25. April verursachte ein Erdbeben der Magnitude 7,8 in ganz Nepal, vor allem in der Hauptstadt Kathmandu, katastrophale Zerstörungen. Der Gesamtschaden lag bei 4,5 Mrd. USD davon waren nur 140 Mio. USD versichert. Die Dimension der Schäden für das Land offenbart sich bei der Betrachtung der Wirtschaftskraft: Sie machten knapp ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts eines Jahres aus.
  • Die teuerste Naturkatastrophe für die Versicherungswirtschaft resultierte im ersten Halbjahr aus Winterstürmen, die Ende Februar den Nordosten der USA und Kanadas erfassten. Der versicherte Schaden betrug 1,8 Mrd. USD, die Gesamtschäden 2,4 Mrd. USD. Wie schon im Vorjahr war der Winter im Nordosten der USA ungewöhnlich kalt und schneereich. Versicherte Schäden in Höhe von 3,2 Mrd. USD waren die Folge.
  • Wintersturm Niklas, der in den letzten März-Tagen mit Windgeschwindigkeiten von in der Spitze rund 200 km/h über weite Teile Zentraleuropas hinweg zog, war europaweit die teuerste Naturkatastrophe in Europa. Der Gesamtschaden belief sich auf 1,4 Mrd. USD, davon war rund eine Mrd. USD versichert. Insgesamt war die Wintersturmsaison in Europa mit 13 Orkanen relativ aktiv verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt von 4,6.

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Munich Re-Experten erwarten, dass sich die intensive El-Niño-Phase bis in den Herbst verstärkt und zu Beginn des nächsten Jahres wieder abklingt. “Die Trends 2015 mit vielen Unwettern im Süden der USA und bisher geringer Hurrikanaktivität im Nordatlantik war zu erwarten”, konstatiert Peter Höppe, Leiter der GeoRisiko-Forschung von Munich Re. “Die El-Niño-Phase nimmt Einfluss auf die Hurrikanaktivität, aber nicht darauf, ob und wo ein Sturm auf Land trifft.” Sollte ein schwerer Sturm entstehen und auf einen Ballungsraum treffen, seien hohe Schäden möglich. (vwh/mst)

Bild: Erdbeben in Nepal (Quelle: Wiesbaden112.de/ Sebastian Stenzel)

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