Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Investitionen in Infrastruktur und gute Rendite – wie passt das zusammen?

24.11.2014 – xl_infrastruktur_grafik_150Von Jürgen Cherreck, International Head of General Property Underwriting, XL Group.

Stromausfälle, einstürzende Brücken und explodierende Gaspipelines sind deutliche Zeichen einer überalterten Infrastruktur. Wieviel Geld ist nötig, um sie wieder auf Vordermann zu bringen? Und wo sollen wir damit anfangen? Von jetzt bis 2030 brauchen wir Investitionen in Infrastruktur in Höhe von 3,7 Billionen US-Dollar jährlich, gleichmäßig aufgeteilt auf Europa, die USA und China.

Zunächst sollte in den Erhalt und die Wartung der bestehenden Infrastruktur investiert werden. Viel Wasser geht verloren, weil Rohre undicht sind. Bis zu 50% des Stroms bleibt buchstäblich auf der Strecke, weil er durch veraltete Leitungen fließt. Einfache Reparaturen und bessere Wartung können hier schon viel bewirken.

Das Verkehrsaufkommen ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts explosionsartig gestiegen. Das Wachstum wird sich bis 2050 weiter fortsetzen. Nicht nur mit zahlenmäßigem Wachstum müssen die Verkehrswege fertigwerden, auch mit immer mehr Gewicht. Lastwagen sind schwerer geworden: Im Schnitt wiegt jeder Laster mehrere Tonnen mehr als vor 20 Jahren und fährt die doppelte Strecke. 34 Millionen Lastwagen und 240 Millionen Personenwagen sind jedes Jahr auf Europas Straßen unterwegs.

Die Verstädterung wird auch in Europa zunehmen, der Raum wird knapper, die Straßen noch voller. Öffentlicher Verkehr wird an Bedeutung weiter gewinnen. Das 215.000 Kilometer lange Eisenbahnnetz Europas ist aber schon jetzt an der Kapazitätsgrenze. Auch der öffentliche Verkehr bedarf also des Ausbaus.

Die Belastung unserer Stromnetze wird immer größer. Atomkraftwerke werden vom Netz genommen, eine Vielzahl erneuerbarer Energiequellen wird an das alte Stromnetz angeschlossen, das eigentlich nicht für eine dezentrale Stromerzeugung ausgelegt ist. Eine stabilere Stromversorgung erreicht man auf zwei Wegen: über dezentrale Stromerzeugung und Smart Grids.

Straßen, Eisenbahnen, Brücken, Flughäfen, Seehäfen, Energie- und Wasserversorgung, Kommunikation – zu tun gibt es genug. Die öffentliche Hand wird in Europa aber weiterhin sparen müssen. Gemessen am Bedarf, kann die öffentliche Hand nur einen Bruchteil finanzieren. 75 Prozent der nötigen Infrastrukturinvestitionen müssen privat finanziert werden. Das Instrument dazu sind Public-Private Partnerships (PPPs, öffentlich-private Partnerschaften, siehe DOSSIER).

In jeder PPP wird den privaten Partnern nicht der Spielraum und die Gewinnmargen gelassen, die sie aus der Privatwirtschaft gewohnt sind. Regulatorische Änderungen können jederzeit auch die Rahmenbedingungen eines Projekts verändern. Erhebliche finanzielle Risiken können die Folge sein. Risikoabsicherung ist überlebenswichtig. Versicherungen schützen vor den finanziellen Folgen des Eigenschadens sowie den Rechtsansprüchen von Dritten und sichern damit die Investition ab, angefangen von der Konstruktionsphase über den Bau bis zum Betrieb.

In den nächsten zwei Jahrzehnten stehen große Infrastrukturmaßnahmen an, nicht nur in Europa, sondern weltweit. Wie Europa mit den Herausforderungen der Infrastruktur umgeht, ist noch nicht klar. Aber es stehen bis 2030 Investitionen in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar pro Jahr an. Wenn es Europa richtig macht, dann wird es dadurch sicherer und produktiver und kann so ihr BIP um das Dreifache der Investitionssumme steigern. Dafür müssen langfristige Strategien und Pläne her. Und die Bereitschaft seitens der Politik, eng mit der Privatwirtschaft zusammenzuarbeiten.

Grafik: XL Group

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten