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Insurance-Konzepte für den digitalen Kunden

20.01.2016 – lutz_torbohm_woNeue Technologien verändern die Bedürfnisse der Industrie, führen zu völlig neuen Risiken und qualifizierten Anforderungen an den Versicherungsschutz. So lautet der Tenor der Euroforum Jahrestagung Haftpflicht in Hamburg. Bei den Risk-Managern und Versicherungseinkäufern deutscher Großkonzerne und Mittelständler schürt das zunehmend die Sorge, ob die Branche mithalten kann.

Beispiele dafür sind die Cyberversicherung, die Deckung von Lieferketten in einer digital gesteuerten Industrie 4.0 und die Versicherung autonom oder teilautonom gesteuerter Fahrzeuge.

Bei den großen Versicherern und Rückversicherern setzt inzwischen ein Umdenken ein, weil Industriekunden nach neuen Konzepten und höheren Deckungssummen verlangen. Diese und viele weitere Themen wurden auf der 18. Euroforum-Jahrestagung “Haftpflicht 2016″ in Hamburg diskutiert, bei der rund 300 Teilnehmer aus Versicherungskonzernen, Makler- und Dienstleistungs-Unternehmen sowie Anwaltskanzleien dabei waren.

Helmut Hecker, Leiter Haftpflicht Unternehmenskunden der Gothaer Allgemeine Versicherung und Vorsitzender der GDV-Kommission Haftpflicht Betrieb, bewertete die Ergebnisse im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Bedingungswerke in der Haftpflichtversicherung als gelungen. Diese würden gerade kleinen und mittleren Unternehmen als Kompass dienen. “Wir sind jetzt vor allem kartellrechtlich, aber auch verbraucherpolitisch, auf der sicheren Seite”. Die Bedingungen zeichneten sich durch eine erheblich größere Klarheit aus.

Lutz Torbohm, Teamleader Major Accounts Casuality bei AIG Europe, ist sicher, dass sich Arbeitsweise und Lebensstile durch die Digitalisierung von Produkten, Häusern, ganzen Städten und aller Lebensbereiche rasant weiterentwickeln werden. Gleichzeitig dürften in Folge der stärkeren Vernetzung die Grenzen zwischen Zulieferern, Herstellern und Abnehmern weiter verschwimmen. Die Rechtsordnung trage diesem Phänomen jedoch bisher nicht ausreichend Rechnung.

Als Reaktion sei festzustellen, dass Vertragspartner individuelle Haftungsvereinbarungen schließen, die die Haftungsfragen zwischen den Vertragsparteien bereits bei Vertragsschluss klären und die gesetzlichen Regelungen innerhalb des Vertragsverhältnisses ersetzen. Insgesamt könnte als Folge des erhöhten Digitalisierungsgrads von Produkten im Bereich der Produktvermögensschäden eine Häufung von Versicherungsfällen eintreten.

Dass “smarte” Produkte für alle Anwender und auch für die Haftpflichtversicherer große Verbesserungen darstellen können und nicht nur einen Gewinn an Komfort für den Anwender bieten, sei unbestreitbar. Diese “Revolution” aktiv zu begleiten und mit den Möglichkeiten einer Versicherungsgesellschaft zu unterstützen, biete für alle Beteiligten die Chance, in Zukunft von einer “Win-Win”-Situation zu profitieren.

Nach Aussagen von Eberhard Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen, entwickele sich die private IT-Sicherheitswirtschaft zum Megamarkt, mit einem Umsatz von jährlich 155 Mrd. Dollar. Er verwies auf den notwendigen Schutz von Einrichtungen für das staatliche Gemeinwohl. “Bei Ausfall oder Beeinträchtigung durch nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe könnten erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten”. Hier sei auch ein deutliches Engagement der Versicherungswirtschaft zur Absicherung der Risiken gefordert. (siehe DOSSIER) (wo)

Bild: Lutz Torbohm, Teamleader Major Accounts Casuality bei AIG Europe (Quelle: wo)

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