Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Insolvenzen in der Baubranche gehen leicht zurück

23.10.2015 – Hausbau_lichtkunst.73_pixelio.deDie Zahl der Insolvenzen in der deutschen Baubranche wird 2015 voraussichtlich um drei Prozent sinken. Dennoch verzeichne der Bausektor die zweithöchsten Insolvenzen in Deutschland. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Euler Hermes hervor. Allerdings stehen die deutschen Bauunternehmen durch den Boom nach 2010 jedoch relativ gut da – insbesondere im europäischen Vergleich.

Demnach verzeichne die Baubranche im laufenden Jahr einen leichten Zuwachs von zwei Prozent. Dennoch sei die Profitabilität der deutschen Bauunternehmen stabil und der Verschuldungsgrad niedrig. Zudem gehe die Zahl der Insolvenzen nach Einschätzung von Euler Hermes leicht zurück.

“Wir erwarten für 2015 einen Rückgang der Fallzahlen um rund drei Prozent auf rund 3.900 Insolvenzen (2014: knapp 4.000 Fälle). Das ist eine gute Nachricht, auch wenn das Niveau insgesamt weiterhin relativ hoch ist. Im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen stehen die deutschen Bauunternehmen allerdings besser da. In Frankreich gehen wir davon aus, dass rund ein Viertel aller Unternehmensinsolvenzen auf die Baubranche entfallen”, konstatiert Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe.

Demnach gehen fast 17 Prozent aller Pleiten in Deutschland gehen auf das Konto der Baubranche, so der Kreditversicherer weiter. Vor allem der öffentliche Wohnungsbau erweise sich als Hemmschuh für Branche, während sich der private Wohnungsbau und die robuste Nachfrage im Immobilienmarkt als starker Treiber erweise, so die Ökonomen von Euler Hermes.

“Wachstumshemmer der Bauindustrie ist eindeutig der öffentliche Wohnungsbau”, betont Thomas Krings, Risikovorstand bei Euler Hermes. “Die Entwicklung hinkt chronisch dem privaten Bereich hinterher aufgrund der zögerlichen Infrastrukturprogramme. Für 2015 erwarten wir im öffentlichen Sektor gerade mal ein Plus von einem Prozent im Vergleich zu drei Prozent im privaten Wohnungsbau, der immer stärker die treibende Kraft der Branche ist. Dabei lagen beide Bereiche 2010 beim Blick in die Auftragsbücher noch auf Augenhöhe – heute klaffen sie 60 Prozentpunkte auseinander”, prognostiziert Krings. (vwh/td)

Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten