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Infrastruktur: Investoren mit Garantien und einheitlichen Regeln locken

23.03.2015 – Infrastruktur_N-Schmitz_pixelioVor dem Abschlussbericht der Gabriel-Kommission: Die Europäische Investitionsbank EIB könnte als zentrale Monitoring-Instanz dienen, um Investitionen in Infrastrukturprojekte anzukurbeln. “Europa braucht endlich einen organisierten Markt für Infrastrukturinvestitionen”, sagt Heiko Ammermann von Roland Berger Strategy Consultants. “Hierfür sollten die bürokratischen und politischen Hürden beseitigt werden und ein professioneller Investitionsprozess gewährleistet sein.”

Morgen berät die Gabriel-Kommission Ihren Abschlussbericht. Offenbar wird darin die Gründung einer Autbahngesellschaft nach österreichischen Vorbild angedacht, die Investitionen befeuern sollen.

Die aktuellen Gründe für die Zurückhaltung institutioneller Investoren wie Versicherer und Pensionsfonds sind vielfältig: Risikostruktur und Renditeerwartungen passen häufig nicht zusammen. Zudem besteht in der EU ein Flickenteppich aus komplexen nationalen regulatorischen Rahmensetzungen.

Außerdem schränken die strengeren Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen von Basel III und Solvency II die Investitionsentscheidungen der Banken und Versicherungen zunehmend ein: Infrastrukturinvestitionen kommen wegen der hohen Eigenkapitalanforderungen oft gar nicht in Betracht. Zudem fehlt es an effektiven Kontroll- und Governance-Lösungen für Infrastrukturprojekte sowie an standardisierten Vertrags- und Investitionsmodellen.

Roland Berger Strategy Consultants macht auf Basis einer aktuellen Studie Vorschläge, wie ein neues Infrastruktur-Investitionsmodell für Europa funktionieren könnte:

Öffentliche Garantien für Projekte mit hohem Risiko – entweder durch EU-Mittel oder nationale Regierungen – könnten helfen, Investoren zu gewinnen. Bestehende Infrastrukturvorhaben sollten in den Europäischen Fonds für strategische Investitionen EFSI zu übertragen. So könnte der Markt in Gang gesetzt werden.

“Der EFSI bietet eine gute Grundlage, ist allerdings nur ein Anfang, der in ein breiteres Investitionsmodell eingebettet werden muss”, sagt Roland-Berger Experte Heiko Ammermann.

Zudem sollte Investoren die Möglichkeit geboten werden, ihre Infrastrukturinvestitionen zu einem definierten Preis zurück zu verkaufen. Der EIB sprechen die Experten eine zentrale Rolle zu. (vwh/ku)

Bildquelle: N-Schmitz/ pixelio

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