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Industrie warnt vor Pflichtversicherungen

12.05.2014 – allerdissen-2-150Die versicherungsnehmende Industrie fürchtet für spezielle Risiken Kapazitätsengpässe in der Sachversicherung. Sollten sich Unternehmen nicht oder nicht ausreichend zu bezahlbaren Preisen versichern können, drohe die Gefahr gesetzlicher Lösungen beispielsweise in Form einer Pflichtversicherung, warnte Hans-Jürgen Allerdissen, scheidender Vorstandsvorsitzender des DVS Deutscher Versicherungs-Schutzverband e.V. auf der Jahrestagung in Königswinter.

Seiner Beobachtung zufolge gibt es in der Sachversicherung Anzeichen für eine Marktkonsolidierung. Einige Anbieter stimmten mehrjährigen Vertragslaufzeiten nur mit Prämienstaffeln zu, andere wollten nur noch einjährige Verträge. Teils werde versucht, Prämienerhöhungen bei Unternehmen mit erhöhter Naturgefahrenexponierung durchzusetzen. Er beobachte auch eine verstärkte Tendenz, die Portfolien detaillierter zu strukturieren. Nach der Segmentierungen nach Kundengröße drohe jetzt die Zerlegung nach Branchen bzw. nach Betriebsarten, so Allerdissen. Einige DVS-Mitglieder hätten über „massive Probleme, eine ausreichende Deckung zu tragfähigen Konditionen zu erhalten“ berichtet. Konkret geht es um holzbe- und verarbeitende Unternehmen sowie Unternehmen der anschließenden Wertschöpfungsstufen. Deckungsprobleme gebe es auch im Recyclingbereich, bei Gießereien, fleisch-/geflügelverarbeitenden und nahrungsmittelproduzierenden Unternehmen.

Sollte sich die Lage der Kapazitätsengpässe verschärfen, drohe die Gefahr gesetzlicher Regelungen. In der EU gebe es viel Interesse, solche Dinge zu regeln, sagte Allerdissen und erinnerte an einen Entwurf der EU-Kommission „Versicherungen gegen Naturkatastrophen und von Menschen verursachten Katastrophen“.

Allerdissen warnte zudem, den Einkauf von Versicherungen und das Risiko-Management in den Unternehmen Beschaffungsabteilungen unterzuordnen. Wer sich allein auf die Expertise von Großmaklern verlasse, büße Performance ein. Ihm sei ein Fall bekannt, wo die Prüfung neu hinzukommender Risiken im Zuge eines Zukaufs durch den hauseigenen Risikomanager zum Preisnachlass von rund 50 Mio. Euro geführt habe. (lie)

Bild: Hans-Jürgen Allerdissen, scheidender Vorstandsvorsitzender des DVS, warnt vor Pflichtversicherungen. (Quelle: lie)

Link: KÖPFE

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