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“Individuelle Mobilität ist Form der persönlichen Freiheit”

08.07.2015 – Lars_Thomsen_future_matters_agIn zehn Jahren werden wir noch mobiler sein als heute, prognostiziert Lars Thomsen, Zukunftsforscher und Gründer der future matters AG, im Interview mit VWheute. Produkte und Technologien werden in diesem Prozess enorme Entwicklungssprünge machen. Für die Versicherer gilt es daher, mit diesem Innovationstempo Schritt zu halten und passende Produkte für die urbane Gesellschaft der Zukunft anzubieten.

VWheute: Welche Mobilitätstrends werden zukünftig unseren urbanen Alltag bestimmen?

Lars Thomsen: Die urbane Mobilität von morgen wird von drei Megatrends getrieben:
A. Share-Economy: Immer mehr Menschen in Megacities werden Autos nicht mehr besitzen, sondern mieten oder teilen – vor allem, weil der Zugang mittels App immer einfacher wird.
B. Autonome Fahrzeuge: Noch in diesem Jahrzehnt erwarten wir in den ersten Ballungszentren autonome Fahrzeuge, die ohne Lenkrad und Pedale (also fahrerlos) funktionieren. Diese holen die Fahrgäste ab und bringen sie zu ihrem Ziel, um dann gleich weiter zu fahren und den nächsten Gast zu holen.
C. Elektrische Mobilität: Die Zeiten der Verbrenner neigen sich dem Ende zu: Sobald die Batterien so günstig werden, dass E-Fahrzeuge die günstigere Alternative sind, werden neue Verbrenner zum Auslaufmodell: Das passiert bereits in den kommenden 260 Wochen.

VWheute: Wie werden wir leben, wie werden wir arbeiten?

Lars Thomsen: Künstliche Intelligenz ist der Megatrend, welcher nun auf die Digitalisierung folgt. Sehr viele Routinetätigkeiten, die heute von Menschen gemacht werden, werden in zehn Jahren von Computern, Robotern und Algorithmen übernommen werden. In 600 Wochen werden wir in Deutschland halb so viele Roboter wie Einwohner haben. Damit verändern sich die Anforderungen an menschliche Arbeit: Nicht mehr Routine-Tätigkeiten sind gefragt, sondern Talente, spezielle Fähigkeiten, Empathie, Erfahrung, Kreativität und Innovativität. Arbeitsformen und Arbeitszeiten werden deutlich flexibler und individueller. Die 40-Stundenwoche werden unsere Kinder nur noch aus Erzählungen kennen.

VWheute: Wie entwickelt sich die Infrastruktur? Werden wir in Zukunft noch Auto fahren?

Lars Thomsen: Es wird auch in der Zukunft noch Straßen in unseren Städten und über Land geben. Aber der Verkehr wird leiser, intelligenter und umweltfreundlicher. Und wir werden in Zukunft noch Auto fahren. Neuwagen werden aber in der Lage sein, voll-autonom zu fahren und wir werden über 90% der Zeit dies auch nutzen. Bei den restlichen zehn Prozent schaut das Fahrzeug, dass wir keinen Mist machen und Unfälle fast unmöglich werden.
Individuelle Mobilität ist aber eine Form der persönlichen Freiheit und Lebensqualität, die Menschen auch in Zukunft viel Wert sein dürfte. Wir werden in 10 Jahren noch mobiler sein als heute, aber Produkte und Technologie werden auf diesem Weg enorme Sprünge machen.

Die Fragen stelle VWheute-Redakteurin Julia Kolhagen.

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