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22.09.2017
Tagesreport

Iberische Krisen-Kapriolen

24.07.2014 – Die Iberische Halbinsel kommt in Sachen Euro/Staatsschulden- und Bankenkrise nicht zur Ruhe. Jetzt erreichen Meldungen schwankender Kreditinstitute aus Portugal die ohnehin nervösen Finanzmärkte. Zuerst geriet dort die Bank Espírito Santo in die Krise. Danach musste die Holding Espírito Santo International Konkurs anmelden. Am Dienstag folgte die RioForte Investments SA, eine ebenfalls zur Familiengruppe gehörende Schattenbank. Und Spanien schockt die Sparer mit der Ankündigung, rückwirkend zum 1. Januar 2014 alle Bankeinlagen mit 0,03 Prozent belastet. Die Besitzer sollen so ihren Beitrag dazu leisten, die horrenden Staatsschulden abzutragen.

Obwohl eine ähnliche Steuer bereits in einzelnen spanischen Regionen existierte, kommt die landesweite Einführung, die unter dem Stichwort Steuerharmonisierung im Windschatten der Fußball-Weltmeisterschaft relativ geräuschlos beschlossen wurde, für Experten überraschend, schreibt die Tageszeitung WeltZiel der neuen Abgabe ist es, dem klammen EU-Staat neue Einnahmequellen zu erschließen. Madrid veranschlagt Mehreinnahmen in Höhe von rund 400 Mio. Euro. Die gesamten Einlagen Spaniens belaufen sich nach Angabe der Banco de España auf 1,43 Bil. Euro. Damit nimmt das Land Ideen des Internationalen Währungsfonds auf, welcher schon im Rahmen der sogenannten Zypern-Krise zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise eine zehnprozentige Abgabe auf alle Spareinlagen diskutiert hatte.

Aus Portugal kommt die Nachricht, dass die portugiesische Telekom im Rahmen der aktuellen Bankenkrise ein Verlust von 847 Mio. Euro droht, Geld welches die RioForte der Telekom noch schuldet. Die Telekom will klagen, um an ihr Geld zu kommen. Mit der Pleite der RioForte sind zwei von vier Unternehmen aus Portugals wichtigsten Firmengruppen pleite.

Ein Übergreifen auf andere Märkte verneinte der portugiesische EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso. Der portugiesische Präsident Anibal Cavaco Silva warnte jedoch vor dem berüchtigten Domino-Effekt: Die Krise könne sehr wohl Auswirkungen auf die gesamte portugiesische Wirtschaft haben, schreiben die Deutschen Wirtschaftsnachrichten. (vwh)

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