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Heise: Wende in der Geldpolitik ist denkbar

19.03.2015 – michael_heise_lieDie Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen könnten aus Sicht von Michael Heise zu Beginn 2016 leicht steigen. “Wir rechnen damit, dass sich die Geldpolitik 2016 wieder normalisiert”, sagte der Allianz-Chefvolkswirt auf einer Versicherungsfachtagung des Bankhauses Barclay. Mit den Zinsen werde es erst mittelfristig moderat aufwärts gehen. Die langfristigen Realzinsen dürften wegen Preissteigerungen beim Öl weiterhin gegen Null tendieren.

Heise geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihr Anleihe-Aufkaufprogramm letztlich nicht fortsetzen wird. Dafür sprächen, dass der Ölpreis in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich auf 60 bis 65 US-Dollar je Brent steige und sich die Inflationsrate aufgrund des daraus resultierenden Basiseffektes normalisiere. Zudem sei das weltwirtschaftliche Konjunkturumfeld relativ stabil.

Sei die EU 2014 noch der “Bremsklotz” der Weltwirtschaft gewesen, profitiere sie jetzt besonders vom gesunkenen Ölpreis und der Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar. Diese Kombination bringe ein Prozent Wachstum “on Top”. Für Deutschland hat Heise seine Wachstumserwartungen für 2015 aus diesen Gründen vor anderthalb Monaten auf 2,1 Prozent nach oben korrigiert.

“Der Anlagenotstand für die Versicherer bleibt aber”, so Heise. “An den Aktienmärkten wachsen die Risiken von Tag zu Tag”, warnte er. Noch profitierten die Lebensversicherer von ihren Altbeständen bei der Nettoverzinsung, doch in der Neueinlage noch eine “zwei zu erwirtschaften, ist schon sehr sportlich”. Der Niedrigzinsphase wirkten die Versicherer mit unter anderem Kostensenkung, diszipliniertem Pricing und geänderten Produkten entgegen.

Trotz schlechter Preise wendeten sich die Kunden nicht von den Lebensversicherungen ab, sondern setzten ihre Sparanstrengungen aufgrund der von der Zinssituation beeinträchtigten Perspektiven für ihre Altersvorsorge fort. Die Politik müsse die Altersvorsorge reformieren. Unter anderem forderte er die steuerliche Entlastung Geringverdiener, die Nichtanrechnung von privat erwirtschafteter Renten auf die Grundsicherung und die Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge. (lie)

Bild: Michael Heise (Quelle: Monika Lier)

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