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Hautkrebs-Screening rettet Leben

06.02.2014 – Hautkrebs-ScreeningFast 20.000 Menschen bekommen pro Jahr in Deutschland die Diagnose “Schwarzer Hautkrebs”, wie das maligne Melanom umgangssprachlich heißt. Weitere 190.000 erkranken pro Jahr an so genanntem “hellen Hautkrebs”, der weniger gefährlich ist, dafür aber häufiger auftritt. In ihrem diesjährigen Arztreport, den die Barmer GEK am Weltkrebstag in Berlin vorstellte, geht die Krankenkasse schwerpunktmäßig auf diese Erkrankung ein.

Schwarzer Hautkrebs ist auf dem Vormarsch. Während im Jahr 2005 189.000 Menschen davon betroffen waren, stieg die Zahl im Jahr 2012 auf 318.000. Das, so erklärte Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandschef der Barmer GEK, sei höchstwahrscheinlich zum Teil auf die Einführung eines Hautkrebs-Screenings im Jahr 2008 alle zwei Jahre für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren zurückzuführen, da durch die Früherkennung mehr Fälle diagnostiziert und rechtzeitig behandelt werden können. Denn frühzeitig behandelt sei Hautkrebs in sehr vielen Fällen heilbar. So haben, wie Studienleiter Thomas G. Grobe vom Aqua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen Göttingen erklärte, Männer zwei Jahre nach der Erstdiagnose eine Überlebensrate von 97,3 Prozent, Frauen sogar etwas höher von 97,5 Prozent. “In der Liste der 26 häufigsten Krebsarten liegt das bösartige Melanom auf Rang drei, was Heilungschancen betrifft”, fügte der Mediziner an. Wobei auffällt, dass ein erster “Altersgipfel”, also eine Erkrankungshäufung, bei Frauen bereits im Alter zwischen 45 und 49 Jahren auftritt, hochbetagte Frauen hingegen deutlich seltener betroffen sind als ihre männlichen Altersgenossen. Dagegen ist der “helle Hautkrebs” eine typische Alterserkrankung, die bei unter 50jährigen nur verschwindend selten auftritt.

7,55 Millionen Hautkrebs-Screening-Untersuchungen an gesetzlich Versicherten gab es 2012 in Deutschland, gut vier Millionen bei Hausärzten und knapp 3,4 Millionen bei Hausärzten. Doch diese Zahl täuscht. Denn an den Untersuchungen der Jahre 2011 und 2012 hat nur ein Drittel der Anspruchsberechtigten teilgenommen, Frauen unmerklich mehr. Gut ausgebildete Menschen mit hohen Einkommen beteiligen sich häufiger am Screening, vornehmlich beim Dermatologen. Dagegen übernehmen die Hausärzte vielfach die Funktion einer ersten Anlaufstelle für sozial weniger gut Gestellte. Insgesamt seien 30 Prozent Teilnehmer viel zu wenig. “Wenn wir auf 70 Prozent kommen, dann könnten wir vielleicht die Zahl der Todesfälle halbieren”, ist Grobes Institutskollege, der Soziologe Joachim Szecsenyi, optimistisch. Allerdings müsse die Altersbeschränkung ab 35 Jahre abgeschafft werden, fordert Rolf-Ulrich Schlenker. Denn immerhin erkranken jedes Jahr rund 50.000 Menschen unter 35 an Hautkrebs, überproportional viele an schwarzem.  (epo)

Foto: Hautkrebsfrüherkennung nimmt der Krankheit ihre tödliche Kraft. (Quelle: Barmer)

Link: Hautkrebs-Screening rettet Leben – Arztreport 2014 (PDF)

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