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Hacker-Risiko: Marsh plant Wording mit Cyber-Facility

30.09.2015 – georg_brauechle_marsh“Jede Woche neue Anfragen, in diesem Jahr bereits 46 Abschlüsse (Vorjahr: 20).” Der Versicherungsmakler Marsh rechnet laut Geschäftsführer Georg Bräuchle mit einem rasant steigenden Prämienaufkommen bei Cyber-Policen und will im November sein eigenes Bedingungswerk auf den deutschen Markt bringen. Hierzulande zeichnen über 15 Anbieter Cyberrisiken und können mittlerweile Schäden in Höhe von 500 Mio. Euro stemmen, lautet das Ergebnis einer Marsh-Studie.

Der Versicherungsmakler Marsh erlebt “eine Welle von Anfragen und Abschlüssen, insbesondere aus dem produzierendem Gewerbe”, sagt Geschäftsführer Georg Bräuchle am Dienstag bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Mit der verschärften Meldepflicht bei Hackerangriffen im Rahmen des IT-Sicherheitsgesetzes sowie der geplanten EU-Richtlinie zur Informations- und Netzsicherheit(NIS) erhofft er sich einen weiteren Schub bei der Etablierung von Cyberpolicen.

thomas_philipp_marshSchließlich “ist beim US-Markt das Bedürfnis nach Cyberpolicen ebenfalls mit einer zunehmenden Regulierung einhergegangen”, stimmt ihm Thomas Philipp zu, Fachexperte im Bereich Financial und Professional Services (FINPRO) bei Marsh in Hamburg. Eine hauseigene Studie bestätigt diesen Trend: Über ein Drittel der 350 befragten Unternehmen beschäftigen sich mit dem Abschluss einer Cyber-Police. Das derzeitige Prämienvolumen von 10 Mio. Euro werde pro Jahr um mindestens 30 Prozent steigen. Die 46 über Marsh abgeschlossenen Cyberversicherungen entsprechen einem Anteil von 1,6 Mio. Euro und stammen nicht nur von besonders gefährdeten Konzernen aus dem Finanz- und Onlinebereich. “Das geht querbeet.”

“Bereits vor drei Jahren hatten wir Kunden, die Interesse an einem Versicherungsschutz bekundeten, aber wir konnten deren Versicherungssumme von 100 Mio. Euro nicht aufbringen”, sagt Philipp. Heute kann die Branche Kapazitäten in Höhe von 500 Mio. Euro stemmen und in fünf Jahren werde das Prämienvolumen auf 200 Mio. Euro wachsen, legt sich Marsh fest. In den USA lag das Prämienvolumen im vergangenen Jahr bei rund zwei Mrd. US-Dollar.

Vor drei Jahren hat der Makler nur mit Hiscox zusammengearbeitet, heute zeichnen über 15 Gesellschaften Cyberrisiken, darunter AIG, Ace, AGCS, Ace-Chubb, HDI-Gerling, Ergo, Swiss Re, Talanx, XL Catlin sowie Zurich oder Tokio Marine Kiln.

“Pioniersprünge gibt es nicht mehr, alle haben das gleiche im Angebot, nur können die einen Haftplicht und die anderen Betriebsunterbrechungen besser decken”, beobachtet Bräuchle. Ganze Wertschöpfungsketten mit Zulieferern abzusichern, davor sträubt sich die Branche noch, das Risiko sei einfach unkalkulierbar. Erste Schadenerfahrung hat Marsh bereits. Eine Cyber-Police deckte eine gehackte Telefonanlage mit einem Schaden von knapp unter 100.000 Euro.

Axa hat bereits das zweite Wording rausgebraucht, Marsh plant im November sein eigenes Bedingungswerk für den deutschen Markt in Form einer Cyber-Facility. “Damit sind wir als Makler die ersten im Cyberbereich”, gibt Marsh-Experte Thomas Philipp bekannt. (dg)

Bilder: Georg Bräuchle, Geschäftsführer von Marsh Deutschland, (oben) und Thomas Philipp, Fachexperte im Bereich Financial und Professional Services bei Marsh (unten) (Quelle: Marsh)

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