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Grenzgänger in der Berufshaftpflichtversicherung

16.10.2014 – Rieger_MarshVon Michael Rieger-Goroncy, Leiter Global Corporates Finpro, Marsh GmbH.

Dynamischer, komplexer, internationaler – dieser Dreiklang umschreibt ein sich veränderndes Marktumfeld mit seinen Auswirkungen auf das Berufsbild des Rechtsanwalts. Als Restrukturierungsberater, Treuhänder und mit Fokus auf Cyberrisiken braucht es mehr als die Pflichtversicherung.

Ein erhöhter Spezialisierungsgrad sowie der Bedarf an Dienstleistungen aus einer Hand zwingen Rechtsanwälte außerdem, ihre Dienstleistungspalette zu flexibilisieren. Die Vorstellung, dass die Pflichtversicherung alle Risiken, die mit dieser Entwicklung einhergehen umfassend absichert, kann manchmal ein gefährlicher Trugschluss sein. Professionelles Risikomanagement ist angeraten. Spätestens wenn Dienstleistungen erbracht werden, welche keine „typischerweise“ von Rechtsanwälten ausgeübten Tätigkeiten sind, besteht kein Versicherungsschutz über die Berufshaftpflicht.

Der Rechtsanwalt als Sanierungs- bzw. Restrukturierungsberater muss immer häufiger, z.B. als bestelltes Organ oder Handlungsbevollmächtigter, die Rolle des sogenannten „Chief Restructuring Officers“ (CRO) einnehmen. Seine Berufshaftpflichtversicherung deckt dieses Organhaftungs-Risiko jedoch nicht ab, so dass von D&O-Versicherern inzwischen entsprechende Individualkonzepte angeboten werden.

Eine Versicherung für die sogenannte „kaufmännische“ Treuhand, bei der wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen, muss separat abgeschlossen werden. Bisher gibt es am Markt allerdings nur wenige Anbieter einer solchen Versicherung.

Die Pflichtversicherungen decken hier nur europaweite Aktivitäten und auch nur, wenn sie aus einer deutschen Niederlassung der Kanzlei heraus stattfinden. Bei internationalen Versicherungen treten die aus anderen Versicherungssparten bekannten Problemstellungen mit internationalem Bezug auf, wie beispielsweise die sogenannte non-admitted Problematik.

Auch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitsprozesse in Kanzleien und in der Justiz fordert Veränderungen: es ist zu überlegen, eine eigenständige Cyber-Deckung abzuschließen.

Michael Rieger-Goroncy, Leiter Global Corporates Finpro, Marsh GmbH, hat beim Arbeitskreis Versicherungsrecht gestern in München den Vortrag “Grenzgänger in der Berufshaftpflichtversicherung – neue Tätigkeitsfelder und spezielle Versicherungskonzepte” gehalten.

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