Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Gothaer-Studie: Rentenlücke ist bekannt – BU-Risiko nicht

29.04.2014 – Gothaer-logoDass die gesetzliche Rente später nicht mehr zum geruhsamen Lebensabend reicht, ist den meisten Bürgern in Deutschland mittlerweile bewusst. Anders sieht es beim Risiko der Berufsunfähigkeit aus. So glauben 68 Prozent der Deutschen, dass sie im Fall der Berufsunfähigkeit vom Staat aufgefangen werden. Dabei gibt es einen staatlichen Berufsschutz für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden – also jünger als 53 Jahre alt sind – nicht mehr.

„Wir müssen über Berufsunfähigkeit deutlich mehr aufklären“, sagte Michael Kurtenbach, Vorstandsmitglied der Gothaer-Versicherung bei der Vorstellung der repräsentativen Umfrage „Biometrische Risiken 2014“, die das F.A.Z.-Institut für die kölner Assekuranz erstellt hat.

Danach ist der bislang abgeschlossene Versicherungsschutz der Bundesbürger gegen biometrische Risiken insgesamt unzureichend. Besonders das Risiko der Berufsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen werde völlig unterschätzt. So glaubt fast die Hälfte (46 Prozent) der Erwerbstätigen, dass Erkrankungen des Bewegungsapparats Hauptursache für ein vorzeitiges erzwungenes Ausscheiden aus dem Erwerbsleben ist und 40 Prozent tippen, dass an zweiter Stelle Krebs steht. Tatsächlich liegen psychische Leiden auf Rang eins und Krebs sogar nur auf Rang vier. „Diese Fehleinschätzung zieht sich durch alle Altersgruppe“, so Kurtenbach. Auch die Gründe, warum keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, beruhen auf Fehleinschätzung. So behaupten 41 Prozent der Arbeitnehmer, dass das Berufsunfähigkeitsrisiko in ihrem Beruf „statistisch gering“ sei. Immerhin liegen die Bürger nicht so ganz falsch, wenn es um den Preis zum Berufsschutz geht. Knapp ein Drittel der Befragten Berufstätigen hält die BU-Absicherung schlichtweg für zu teuer. Das deckt sich mit der Ablehnungsquote der Gothaer. Rund 70 Prozent der Kunden kommen ohne Probleme durch die medizinische Risikoprüfung. Der Rest erhält Risikozuschläge oder wird ganz von der kölner Assekuranz abgelehnt.

Wenig Hilfe bringt die Studie hinsichtlich der Problemkunden, die körperlich tätig sind, wie Maler, Maurer oder Dachdecker. Laut Kurtenbach kann sich kaum ein Versicherer dem Run auf immer differenziertere Berufsgruppen entziehen. Immer wieder identifizieren einzelne Versicherer besondere Berufsgruppen, die ein sehr geringes Risiko haben und so deutlich günstigere Prämien erhalten. Hier sei man regelrecht gezwungen, mitzumachen, weil sonst diese risikoarmen Kunden zur Konkurrenz abwandern würden.

Das Rentenproblem haben die Bundesbürger aber nach den Ergebnissen der Studie verstanden. Mittlerweile planen 55 Prozent der Bundesbürger mit einer zusätzlichen privaten Rente. Das ist ein großer Unterschied zum aktuellen Status quo: Nur 14 Prozent der heutigen Rentner beziehen weiter Einnahmen aus einer privaten Altersvorsorge. Möglicherweise tritt aber durch die große Angst vor Altersarmut, die Angst vor Berufsunfähigkeit zurück. Vielleicht verdrängen die Bürger dies auch ganz bewusst, denn der in eine Berufsunfähigkeitsversicherung investierte Schutz ist im Alter „weg“. Wer auf Gesundheit hofft, kann daher mehr für das den Ruhestand zurücklegen. (usk)

gothaer_grafik_altervorsorge

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten