Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Globaler Rückversicherungsmarkt: Kapital sucht Risiko

23.09.2015 – Spenner_remSelbst große Katastrophenfälle könnten die Situation nicht maßgeblich ändern. “Wir haben eine Industrie, die nach wie vor in Geld schwimmt.” So beschrieb Dirk Spenner, Geschäftsführer der Willis Re die aktuelle Situation des globalen Rückversicherungsmarktes. Über die weitere Preisentwicklung brauche man derzeit eigentlich gar nicht zu reden.

Deren durchschnittliches risikoadjustiertes Niveau werde bei der nächsten Erneuerungsrunde zwar wohl nicht mehr im gleichen Umfang wie in der jüngsten Vergangenheit sinken, aber doch erneut um fünf bis zehn Prozent, prognostizierte Dirk Spenner bei der Veranstaltung “RV-Erneuerung 2016 – Positionsbestimmung & Wegweiser post Monte Carlo” in München.

Dabei müsse sich dies aber nicht zwingend in rückläufigen Prämienhöhen widerspiegeln, sondern könne auch in Form von Verbesserungen in den Bedingungswerken oder in Deckungserweiterungen erfolgen. Einen raschen und massiven Wiederanstieg der Rückversicherungspreise hält er jedoch selbst in dem Fall für unwahrscheinlich, dass plötzlich doch wieder große Katastrophenfälle eintreten. Dies einerseits, weil sich inzwischen das Nachfrageverhalten der Erstversicherer systematisch verändert habe und es die Rahmenbedingungen andererseits auf der Angebotsseite den mittlerweile diversen Akteuren inzwischen ermöglichten, sehr rasch mit Kapazitätserweiterungen auf eine steigende Nachfrage zu reagieren.

Ein akutes Thema sei auch nach Monte Carlo die Konsolidierung sowohl im Rück- wie auch im Erstversicherungsmarkt. Hier erwartet Spenner, dass sich die Zahl der Marktteilnehmer aufgrund des sich ebenfalls wandelnden Geschäftsmodells in der Rückversicherung sowie der veränderten regulatorischen Vorgaben in der Erstversicherung in Zukunft weiter deutlich verringern wird. Eine Einschätzung, die von anderen Rednern bei der Veranstaltung wie Helmut Söhler, dem Hauptbevollmächtigten der Scor Global P&C Deutschland, oder Martin Kübler, Vorstandsmitglied der Stuttgarter Versicherung AG, in ähnlicher Form geteilt wurde.

Per se sei eine solche Konsolidierung sowohl im Rück- wie im Erstversicherungsbereich aus Sicht eines Maklers naturgemäß nicht gut. Andererseits werde aber nun ohnehin ganz grundsätzlich ein “modernes, zukunftsträchtiges Rückversicherungsmodell gebraucht, das für die Versicherungseinkäufer mehr Value schafft.” (rem)

Bild: Dirk Spenner, Managing Director für Zentral-, Nord und Osteuropa bei Willis Re. (Quelle: rem)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten