Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Global aufgestellte Versicherer gegen Wechselkursrisiken gewappnet

19.01.2015 – boerse_deserteagleTumulte an den Börsenplätzen – regelrechtes Chaos herrscht in der kompletten Finanzwelt anlässlich der Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB) , die den Mindestkurs des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro jüngst überraschend aufgehoben hat. Doch Versicherer reagierten demonstrativ gelassen.

“Wir haben keine direkten Verluste zu verzeichnen”, erklärt Swiss Re CFO David Cole gegenüber Bloomberg TV: “Schließlich sind wir keine aktiven Trader.” Wechselkursrisiken sind im Portfolio berücksichtigt, entsprechend minimal sind die Auswirkungen der aktuellen SNB-Entscheidung, so Cole. “Das liegt in der Natur unseres Geschäftsmodells.”

Cole schätzt, dass auch die Schweizer Wirtschaft sich nach kurzfristigen Einbrüchen bestens erholt zeigt und auch den Exportschwierigkeiten durch einen schwachen Euro begegnen kann. Über 50 Prozent der Exporte gehen in die Euro-Zone. Die Notenbank hat laut Handelsblatt nun ganz einfach die Anpassungslasten dieser Anbindung auf die Schweizer Wirtschaft abgewälzt.

“Zurich ist ein globaler Versicherer. Der größte Teil unseres Geschäfts wird außerhalb der Schweiz generiert. Deshalb beeinflussen die Bewegungen der Wechselkurse den Wert dieses Geschäfts nur dann, wenn er in Schweizer Franken umgerechnet wird”; stellt ein Sprecher der Zurich Insurance Group fest: “Wichtig ist jedoch festzustellen, dass dies keinerlei Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit unseres Geschäftes hat und voraussichtlich nur einen geringen Einfluss auf unsere Solvenzquoten, weil wir unsere Anlagen und Verbindlichkeiten eng aufeinander abstimmen.”

Indes spekulieren Experten über den Zeitpunkt und Art und Weise der Wechselkursentscheidung. Die Angst vor einer weiteren Euro-Schwäche aufgrund des geplanten EZB-Staatsanleiheprogramms könnte den abrupten Meinungsumschwung der SNB herbeigeführt haben”, sagt Targobank-Chefvolkswirt Otmar Lang.

Die Wirkung der bisherigen Regulierung durch die SNB wird durch eine Studie belegt (siehe DOSSIER). Nichtsdestoweniger herrscht auf den Märkten schon die Flucht in Werte wie Gold: der Preis ist hier bereits direkt nach der Meldung deutlich angestiegen.

“Unsere Kapitalanlagen sind währungs- und zinsmässig abgesichert. Die Währungseffekte beschränken sich primär auf die Umrechnung der Erträge und Beteiligungen von unseren Auslandgesellschaften und sind gering”, nimmt eine Sprecherin für die Swiss Life Stellung:

“Aufgrund unserer Währungsabsicherung erhalten wir einen Zufluss von mehrere Milliarden Franken Cash, die zu vergleichsweise weniger attraktiven Konditionen neu angelegt werden müssen. Gleiches gilt für unsere Re-Investments, die allerdings aufgrund unserer langen Durationen im Vergleich zum Gesamtbuch relativ tief sind. Die weiter gefallenen Zinsen wirken sich selbstverständlich auf das Neugeschäft aller Lebensversicherer nicht vorteilhaft aus.” (vwh/ku)

Bildquelle: Deserteagle

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten