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Gesundheits-Apps tausendfach auf dem Vormarsch

11.04.2014 – iphone-handy-appDie öffentlichen Gesundheitssysteme stehen vor der digitalen Revolution: Auf  Plattformen wie iTunes, Google Play, Windows Marketplace oder BlackBerry World finden sich weltweit heute bereits fast 100.000 mHealth-Apps im Angebot. Die 20 am häufigsten verbreiteten Sport-, Fitness- und Gesundheits-Apps sind weltweit schon über 230 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Bis 2017 werden 3,4 Milliarden Menschen weltweit  nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Smartphone besitzen und jeder zweite von ihnen wird  damit mHealth-Apps herunterladen können. Mobile-Health-Dienste könnten nach Schätzungen der EU-Kommission so Kosteneinsparungen im öffentlichen Gesundheitswesen in Höhe von 99 Mrd. Euro jährlich in der EU nach sich ziehen.

Grund genug für die Brüsseler EU-Kommission, an diesem Donnerstag in Brüssel mit dem “Grünbuch für mobile Medizin” den Startschuss zu geben für die Durchdringung der europäischen Gesundheitswirtschaft mit e-health für eine bessere medizinische Vorsorge und Pflege in der EU.

Ambient Assisted Living (AAL), Telemonitoring und Health IT lauten die Stichworte der Medizintechnik des 21. Jahrhunderts. Ob technische Assistenzsysteme im Alltag älterer oder behinderter Menschen, die computergesteuerte Vernetzung von Medizingeräten im OP oder der mobile Zugriff auf komplexe radiologische Bilddaten beziehungsweise die Überwachung von Herzinsuffizienz per Telemedizin. Die individualisierte Medizin setzt auf mobile Datenträger wie Smartphones oder Tablets um via Apps und per Mausklick drahtlos und ortsungebunden den Patienten zu versorgen.

“Ich persönlich trage ein Fitness-Armband am Handgelenk, um zu messen, wie aktiv ich jeden Tag bin. Ich bin also schon ein echter Health-Fan,” sagte Neelie Kroes, in der EU-Kommission für die Digitale Agenda zuständig, bei der Vorstellung des Grünbuches. Durch die mobile Gesundheitsversorgung würden künftig weniger teure Krankenhausaufenthalte erforderlich und die EU-Bürger befähigt, selbst mehr aktiv für ihre eigene Gesundheit zu unternehmen. Mobile Medizin trage auch dazu bei, den Schwerpunkt künftig von der Behandlung stärker auf die Vorsorge zu konzentrieren. Außerdem böte die Mobile Medizin großartige Geschäftsfelder für Unternehmen in der boomenden App-Branche.

EU-geförderte App-Projekte zeigen bereits erste Erfolge auf. So lädt das mit EU-Fördergeldern entwickelte Projekt “Interstress” auf eine Tropeninsel in dreidimensionaler virtueller Realität ein, um wirksame Entspannungstechniken zu erlernen. Ziel ist die Stressminderung und Verbesserung der Gesundheit durch selbständiges Stressmanagement und Selbstbehandlung mit Hilfe des eigenen Smartphones oder Tablets.

Dazu können marktübliche kompatible Biosensoren verwendet werden (z.B. spezielle Armbänder), mit denen Sie die Parameter der virtuellen Umgebung durch Ihren Pulsschlag und Atmungsrhythmus steuern. Sensoren steuern anhand des Herzschlags beispielsweise die Größe eines virtuellen Lagerfeuers oder Wasserfalls zur inneren Beruhigung. Diese App eignet sich auch dazu, vor zu großem Stress zu warnen. Zu viel Stress zieht häufig psychische Probleme nach sich wie Angstzustände oder Depressionen. Die App, die bereits kostenlos im iTunes Store erhältlich ist, wurde mit dem World Summit Award-Mobile Content-Preis als beste mHealth-App ausgezeichnet.

Das Europäische Parlament (EP) stimmte unlängst der Kommissionsinitiative „Vernetzter Kontinent“ zu, der e-Health in der EU voranbringen soll. „Mobile-Health-Dienste und  Mobile-Health-Lösungen können zu modernen, effizienten und nachhaltigen Gesundheitssystemen beitragen”, betonte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg. (taf)

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