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“Gefangene am Arbeitsplatz” vergiften Klima

25.11.2016 – Gefangener_Peter Reinaecker _ pixelioSie sind mit ihrem Arbeitsplatz unzufrieden, ändern an dieser Situation aber nichts: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Aon Hewitt verharren rund acht Prozent der Arbeitnehmer wie “Gefangene” in dieser Situation. Mit fatalen Folgen für das ganze Unternehmen. Aon Hewitt hat Befragungen von 500.000 Arbeitnehmern weltweit analysiert.

Das Ergebnis: Je länger ein Mitarbeiter bei einem Unternehmen arbeitet, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er als “Gefangener am Arbeitsplatz” verharre. Unter den Mitarbeitern mit sechs bis zwölf Monaten Zugehörigkeit gehören fünf Prozent zu dieser Gruppe. Nach elf bis 15 Jahren werden es elf Prozent und nach mehr als 26 Jahren 17,1 Prozent. Das gilt unabhängig von Geschlecht, Alter oder ethnischer Herkunft.

Die beschriebene Gruppe von Mitarbeitern weist ein geringes Engagement auf. Sie hat keine positive Einstellung zum Unternehmen. Auf ihr Arbeitsumfeld wirken sie negativ. Dabei fühlen sich nur 24 Prozent diese “Verharrer” fair entlohnt – im Gegensatz zu 46 Prozent der restlichen Mitarbeiter. “Wahrnehmung und Realität weichen hier voneinander ab”, erklärt Stefan Mauersberger, Talent Practice Leader Central Europe bei Aon Hewitt. “Unsere Analysen zeigen, dass mehr als 60 Prozent der ‘Gefangenen’ mindestens zwei Prozent über dem marktüblichen Gehalt bezahlt werden, das ist nur bei 48 Prozent der übrigen Belegschaft der Fall.”

Aon Hewitt empfiehlt Führungskräften, mit Betroffenen über nicht genutztes Potenzial zu sprechen. 40 Prozent fühlen sich nämlich von ihren Chefs nicht ermutigt, mehr Leistung zu erbringen. Themen wie Vorlieben bei der Arbeit, Anerkennung und Karriereentwicklung sind dabei wichtig. Um eine Engagement-Kultur zu schaffen, helfen auch regelmäßige Mitarbeiterbefragungen. (vwh/jh)

Bild: Etwa acht Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz wie gefangen. (Quelle: Peter Reinäcker/pixelio.de)

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