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GDV zieht Hochwasser-Bilanz – Bundesbürger wiegen sich in Sicherheit

27.05.2014 – hochwasser-763Es begann vor einem Jahr mit unaufhörlichem Regen und endete in einer Hochwasserkatastrophe von außergewöhnlicher Dimension. Für 140.000 versicherte Flutschäden zahlten die Versicherer rund 1,8 Mrd. Euro an ihre Kunden. Am stärksten von den Überschwemmungen betroffen waren die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen. Anlass für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), das subjektive Bedrohungspotenzial der Bundesbürger in Sachen Hochwasser in einer aktuellen Forsa-Umfrage zu identifizieren.

Unter den vier Bundesländern trug Sachsen mit 900 Mio. Euro Versicherungsleistung die höchste Schadenlast. Das Hochwasser wurde durch heftige, langanhaltende Starkregenfälle ausgelöst. Mehrere Deiche brachen und viele Flüsse führten historische Pegelhochstände. Die Flut hatte die größte räumliche Ausdehnung aller Hochwasserereignisse seit 1950. 85 Prozent der versicherten Schäden entstanden weitab der großen Flüsse. Selbst in der niedrigsten Risikozone erreichten die versicherten Einzelschäden in der Spitze 250.000 Euro. Der durchschnittliche Schaden betrug hier 6.300 Euro.

Doch im Vergleich zur Elbe-Flut 2002 waren die Schäden im Durchschnitt geringer. Die staatlichen und individuellen Hochwasserschutzmaßnahmen haben erheblich dazu beigetragen. Zudem hatten viele Haushalte und Gewerbetreibende in den vergangenen Jahren mit viel Engagement und finanziellem Aufwand ihre Grundstücke und Gebäude vor Hochwasser geschützt. Nicht zuletzt haben sich seither auch mehr Menschen gegen Naturgefahren versichert: Bei der Elbe-Flut 2002 waren es nur 19 Prozent der Häuser, 2013 bereits 35 Prozent.

Ein Jahr nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Deutschland glauben 90 Prozent der Bundesbürger nicht, dass sie selbst einmal Opfer eines Hochwassers werden könnten. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV schätzen sie dieses Risiko als gering ein. Sollte es dennoch dazu kommen, gehen zwei Drittel der Befragten davon aus, dass der Staat mit finanzieller Hilfe einspringt und Schäden ersetzt.

In Sachsen fühlen sich deutliche mehr Menschen von Überschwemmungen bedroht. Fast jeder Vierte rechnet mit der Naturgefahr. Sachsen war am stärksten vom Hochwasser 2013 betroffen: Mit 900 Mio. Euro ging die Hälfte des gesamten versicherten Schadenvolumen (1,8 Mrd. Euro) in den Freistaat.

Die Ergebnisse der bundesweiten repräsentativen Umfrage zeigen deutlich, dass die Menschen die eigene Exponiertheit unterschätzen. Das Risiko von Überschwemmungen ist nicht genügend bekannt. Gerade das Hochwasser des vergangenen Jahres hat viele Menschen in vermeintlich ungefährdeten Gebieten getroffen. 85 Prozent der Schäden entstanden abseits der großen Flüsse. (vwh)

Bild: Land unter hieß es vor genau einem Jahr in weiten Teilen Mitteldeutschlands. (Quelle: vwh)

Link: Die Gefahr „Wasser“ wird unterschätzt

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