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Gard P&I versicherte Unglücksfrachter

07.01.2015 – Hoegh_Osaka_bearbeitetDie Gard P&I ist der Versicherer des vor der Südküste Englands gekenterten Autofrachtschiffs Höegh Osaka. Der norwegische Schiffsversicherer hat sowohl die Führung bei der Schiffshaftpflicht- als auch bei der Kaskopolice inne. Gard P&I gehört zur International Group of P&I Clubs. Das Unglücksschiff gehört zur Flotte der Höegh Autoliners Holding.

Eine genaue Schadenhöhe ist noch nicht abzuschätzen. Zum einen kommen auf den Versicherer die Bergungs- bzw. Reparaturkosten, die sich auf mehrere Millionen US-Dollar belaufen dürften, zu. Diese Arbeiten werden von dem dänischen Havarie-Unternehmen Svitzer Salvage durchgeführt (üblicherweise erfolgt die Bezahlung auf Erfolgshonorarbasis).

Weitere Ansprüche könnten die 25 Besatzungsmitglieder, die z.T. leichte Verletzungen erlitten haben, an die Reederei stellen. Hier greife dann die Kaskoversicherung. Denkbar wäre auch noch ein Verseuchungsschaden durch auslaufendes Öl, da die Höegh Osaka nahe der Küste der Isle of Wight auf eine Sandbank aufgelaufen ist.

Noch unklar ist, wer der Warenversicherer ist. Der Autofrachter verfügt über eine Kapazität von 5.400 Stellplätzen (CEU, car equivalent units). Geht man von einem durchschnittlichen Wert je Auto von 15.000 bis 25.000 US-Dollar aus, beliefe sich der Frachtwert auf 81 bis 135 Mio. US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Havarie sollen sich jedoch nur 80 Baumaschinen sowie 1.400 Fahrzeuge an Bord befunden haben, deren Wert entsprechend zwischen 21 und 35 Mio. Dollar liegen dürfte.

Havarien von Autotransportschiffen werden für die Warenversicherer regelmäßig zu teuren Angelegenheiten, denn die Hersteller lassen zumeist auch nur bei geringen Schäden an der Ware diese vollständig verschrotten – auf Kosten des Versicherers.

Im Fall der Höegh Osaka hatte der Kapitän das Schiff wohl bewusst auf die Sandbank auflaufen lassen, um einen Totalverlust des Frachters zu verhindern. Bereits kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen habe der Transporter Schlagseite gehabt, sodass sich die Führung zur Notstrandung entschlossen habe, heißt es in einem Pressestatement von Ingar Skiaker, CEO der  Höegh Autoliners Holding. (cpt)

Bild: Die Höegh Osaka, hier noch unbeschädigt, kenterte am 3. Januar 2015 vor der Südküste Englands. (Quelle: Höegh Autoliners)

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