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G7 will Klimaversicherungen finanzieren

07.12.2015 – Klimawandel_Kurt Michel_pixelioDie sieben größten Industrienationen (G7) wollen auf dem Klimagipfel in Paris mit einem Kompromissvorschlag Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringen. Demnach wollen die G7-Staaten etwa 420 Mio. US-Dollar in neue Klimaversicherungen investieren. Damit soll es armen Regionen ermöglicht werden, sich gegen Naturkatastrophen abzusichern.

Mit der Finanzspritze sollen die Versicherungen so verbilligt werden, dass sie auch erschwinglich werden, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Dabei seien zwei Varianten vorgesehen: so sollen sich sowohl die Menschen selbst als auch ganze Staaten gegen die Folgen von Naturkatastrophen absichern können. Mit den Klimaversicherungen sollen laut Bericht rund 400 Millionen Menschen vor allem in Mittelamerika, Südostasien, Afrika und den Inselstaaten erreicht werden.

Laut Nachrichtenmagazin wollen Deutschland und Großbritannien mit einem Betrag von 150 Mio. US-Dollar den Löwenanteil finanzieren. Die USA wollen sich mit einem Betrag von 30 Mrd. US-Dollar beteiligen, die übrigen G7-Staaten sollen den Rest übernehmen. Allerdings solle es strenge Bedingungen für die Versicherer geben. Dabei sollen die Staaten angesichts grasierender Korruption entsprechende Pläne vorlegen, wie die Betroffenen im Ernstfall rasch an das Geld gelangen.

“Bei den Versicherungen muss gewährleistet sein, dass niemand ausgeschlossen wird”, wird Sabine Minninger, Referentin für Klimapolitik bei der Hilfsorganisation Brot für die Welt bei Spiegel Online zitiert. Zudem sollen sich die Leistungen an den Bedürfnissen der Zielgruppen orientiern. “Nomaden in Äthiopien werden im Fall einer Dürre mit Bargeld wenig anfangen können, sondern brauchen dann zur Sicherung ihrer Ernährung Lebensmittel”, ergänzt Minninger.

Ein entsprechendes Pionierprojekt gebe es bereits: Seit 2005 versichert Munich Re über einen afrikanischen Direktversicherer Umweltschäden im Niger und Senegal, in Mauretanien und Kenia. Erste Schadensfälle mit etwa 1,3 Millionen Betroffenen sollen bereits eingetreten sein.

“Solche Versicherungen ergeben auch ohne Klimawandel Sinn”, ergänzt Projektinitiatorin Ingrid-Gabriela Hoven vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ): “Sie helfen Menschen in akuter Notlage.” Eine Einschränkung gebe es jedoch: für schleichende Schäden durch den Anstieg der Meeresspiegel, Gletscherschmelze oder Wüstenausbreitung sei die Klimaversicherung hingegen nicht gedacht, berichtet das Nachrichtenmagazin. (vwh/td)

Bildquelle: Kurt Michel / pixelio.de

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