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Fort McMurray übertrifft Tianjin

11.05.2016 – 2016-05-10 18_01_47-80254688 - Windows-FotoanzeigeDie Erdbeben in Japan und Ecuador sowie die Stürme in den USA machten den April zum schadensträchtigsten Monat seit 2011, kalkuliert Aon Benfield. Der Mai wird mit den Waldbränden in Kanada ebenso in die Annalen eingehen. Für die Versicherer ist die Feuerkatastrophe in Fort McMurray der größte Schadensfall der kanadischen Geschichte und könnte die Schadenshöhe von Tianjin deutlich übertreffen.

Die versicherten Verluste durch das Erdbeben in Japan werden auf zwei Mrd. US-Dollar geschätzt, bei den fünf Stürmen in den USA kommen die Experten auf drei Mrd. Dollar. Die ökonomischen Schäden seien indes viel höher und zeigen, wieviel Potenzial es noch für die Versicherungsbranche gibt, sagt Steve Bowen der Chefmeteorologe von Aon Benfield.

Im Mai könnten die weltweiten versicherten Verluste deutlich ansteigen. Für den Verband der privaten Eigentums- und Unfallversicherungen Kanadas, Insurance Bureau of Canada (IBC), ist das Feuer von McMurray die größte Naturkatastrophe Kanadas. Der “Eissturm” von Januar 1998 in Quebec und Ontario kostete die Versicherer etwa 1,3 Mrd. Euro gefolgt von einer Hochwasserkatastrophe in Alberta im Jahr 2013 mit 1,2 Mrd. Euro Schaden.

Mittlerweile haben die Brände sich auf eine Fläche von 204.000 Hektar ausgebreitet, was mehr als der doppelten Größe Berlins entspricht. Die zentralkanadische Stadt mit ihren 100.000 Einwohnern war evakuiert worden, nachdem sich ihr Waldbrände vor über einer Woche bedrohlich genähert hatten.

Bisher ist von 2400 vernichteten Häusern und Gebäuden die Rede. Bei Intact Financial Group, Kanadas größter Eigentums- und Unfallversicherer, sind erste Anträge bereits eingegangen. Ebenso sind die Versicherer Wawanesa Mutual Group, Co-Operators General Insurance Company, TD General Insurance, Aviva Canda Inc. und Lloyds Underwriters betroffen.

2011 brannten bei einem ähnlichen Feuersturm  in der kanadischen Stadt Slave Lake 400 Gebäude ab, Versicherer zahlten 750 Mio. Dollar für den Wiederaufbau. Auf dieser Grundlage könne das Feuer von Fort McMurray bis zu neun Mrd. kanadische Dollar an versicherten Verlusten führen, berechnete Tom McKinnon von der BMO (Bank of Montreal). Das würde die Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin in der Schadenhöhe deutlich übertreffen. Auch Fitch Ratings kommt auf eine ähnliche Schätzung, weil die Immobilienpreise in Fort McMurray doppelt so hoch seien als die in Slave Lake vor fünf Jahren.

Bei vielen Schadenschätzungen sind nur die Verluste von Häusern und Eigentum kalkuliert, nicht berücksichtigt sind die Verluste der Ölsandindustrie, die ihre tägliche Produktion von täglich 2,4 Millionen Barrel Rohöl um etwa eine Million Barrel zurückfahren musste. (vwh/dg)

Bild: Feuer nahe Fort McMurray (Quelle: dpa)

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