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Forderungsverluste in Nordamerika und Brasilien höher als in Europa

26.09.2014 – atradius-logo-15052 Prozent des Gesamtwerts ausstehender Forderungen von Unternehmen, die nach 90 Tagen noch immer überfällig waren, konnten im amerikanischen Raum nicht mehr erfolgreich eingezogen werden. Das ergab das Zahlungsmoralbarometer des Kreditversicherers Atradius. Für die aktuelle Studie wurden über 800 Unternehmen aus Brasilien, Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten befragt.

Weiterhin ergab die Studie, dass ein Drittel der Forderungssumme (38,4 Prozent) gegenüber Geschäftspartnern am Fälligkeitstermin noch nicht bezahlt war. Nach 90 Tagen waren noch 5,2 Prozent der Lieferantenforderungen offen. Knapp 3 Prozent fielen ganz aus. Damit konnten 52 Prozent des gesamten Forderungsbestandes, der nach 3 Monaten noch immer nicht bezahlt war, nur noch abgeschrieben werden. Zum Vergleich: In Europa mussten im Durchschnitt 35 Prozent der nach 90 Tagen noch ausstehenden Rechnungen als Forderungsverlust ausgebucht werden.

Über 80 Prozent der befragten Unternehmen nutzen daher verschiedene Instrumente zum Schutz gegen Forderungsausfall. Besonders wichtig sind den Befragten dabei die Prüfung der Kreditwürdigkeit ihrer Abnehmer, eine sichere Zahlweise oder eine Kombination beider Formen. Ebenso sind das Versenden von Zahlungserinnerungen und die Beauftragung eines Inkassodienstleisters beliebte Methoden zum Schutz gegen Ausfälle. Die Maßnahmen können die Gefahr von Forderungsverlusten verringern. Allerdings wiesen die Befragten auch darauf hin, dass das Ausfallrisiko damit nicht vollständig ausgeschlossen wird. Nichteinziehbare Forderungen bleiben ein Thema.

Die beobachteten verspäteten Zahlungen führen zu einem signifikanten Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Zahlungsziel (28 Tage) und der durchschnittlichen Forderungslaufzeit (48 Tage). Diese Spanne von 20 Tagen kann schon ein Hinweis für ein erhöhtes Ausfallrisiko sein. Je größer die Spanne ist, desto höher ist das Risiko für einen Forderungsausfall. Nahezu ein Drittel der Befragten bestätigte dieses Ergebnis. Sie gaben an, dass die Wahrung eines ausreichenden Cash-Flows die größte Herausforderung innerhalb der Unternehmen darstellt.

„Die Wirtschaft mag Erholungszeichen zeigen, aber die Probleme, mit denen die Unternehmen konfrontiert werden wie verspätete Zahlungen, Zahlungsausfälle oder gar die Insolvenz von Geschäftspartnern bleiben weiterhin Thema“, weiß David Huey, Regional Director Atradius Trade Credit Insurance NAFTA, aus Erfahrung.

Links: Zahlungsstudie Amerika, engl. (PDF), Zahlungsmoralbarometer Brasilien engl. (PDF)

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