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Feuer und Eis bei alternativen Investments

01.12.2016 – Finanzen by_Thommy Weiss_pixelio.de“Werden alternative Investments alternativlos?” Wie tückisch sich das Kanzlerwort “alternativlos” in Nachhinein erwies, so tückisch zeigen sich auch die im Niedrigzinsumfeld mehr Rendite versprechenden alternativen Investments für die Versicherer. Zwar haben die großen Player die Ressourcen an Kapital und Personal, um das lukrative Feld der alternativen Investments mit Renditen bis zu zehn Prozent zu erschließen.

Die Vielzahl von kleinen und mittelständischen deutschen Versicherungen aber kann die oft erforderlichen hohen Beträge und das notwendige Knowhow selbst für Anteile an Fondslösungen nicht schultern. Dies gilt vor allem mit Blick auf die Kapitalanforderungen von Solvency II. Beim Marktführer Allianz sind bislang nur rund vier Prozent der Kapitalanlagen in alternative Investments geflossen. Dahinter verbirgt sich jedoch eine stattliche Summe, die zur Finanzierung von großen und lukrativen Infrastrukturprojekten erforderlich sind.

Oliver Bartholomäus von der Nord/LB stellte daher bei seinen einführenden Worten lapidar fest: “Alternative Anlagen sind angesichts ihrer Komplexität eine Frage des Könnens.” Hier bieten sich die Banken als Partner an – auch aus Eigennutz. Banken haben wie Hinrich Holm, Vizechef der Nord/LB, erklärte schon immer öffentliche Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen, Brücken und Windparks finanziert.

Doch die Banken seien infolge der Finanzkrisen unter Druck geraten und müssten ihre Risiken zurückfahren und andere Abnehmer finden. Was in Großbritannien schon immer üblich war, dass Finanzierungen von Großprojekten alle vier Jahre neu verhandelt werden, zeigt auch in Deutschland Wirkung. Anleger wollen sich bei ungesicherten Investments nicht mehr länger als fünf Jahre binden. Für Holm sind daher die Versicherungen, die für ihre langfristigen Anlagen beispielsweise einen sicheren cashflow über 25 Jahre verlangen, die bevorzugten Partner der Nord/LB. Sie bietet ihnen die Möglichkeit von ihrer Expertise bei alternativen Investments zu profitieren.

Inzwischen tummeln sich auf diesem Feld aber auch andere Anbieter von Know-how. So hat die VHV Versicherungsgruppe Ende 2006 die im Jahr 2000 in Hamburg gegründete Wave Management AG erworben. Sie bietet das operative Management von Wertpapieren, die Übernahme von Controlling und Risikomanagementaufgaben, die Begleitung bei der strategischen Asset-Allocation sowie Beratung in allen Fragen des Asset-Managements. Zielgruppe sind die VHV-Versicherungen sowie institutionelle Drittkunden, wie kleine und mittelständische Versicherungen, Pensionskassen, aber auch Privatkunden. Sie managed derzeit Assets in Höhe von rund 17 Mrd. Euro.

Die Veranstaltung sollte auch als Plattform für individuelle Gespräche zwischen Nord/LB- und Wave-Vertretern sowie eines Referenten der britischen 3i Group und von PricewaterhouseCoopers und den Zuhörern aus Versicherungswissenschaft und Versicherungen dienen. Wegen Feueralarms konnten allerdings nicht alle Vorträge gehalten werden. Auch die Podiumsdiskussion und anschließende Gespräche entfielen. (cs)

Bildquelle: Thommy Weiss / pixelio.de

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