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Exxon Valdez: Drinks verursachen epochalen Schaden

24.03.2014 – exxon-valdez-150Zwei, drei Wodka hatte Kapitän Joseph Hazelwood laut eigenen Angaben intus, der dritte Maat hatte das Steuer übernommen: Vor 25 Jahren, am 24. März 1989, ist die Exxon Valdez im Prinz-William-Sund auf ein Riff gelaufen. Mehr als 40 Millionen Liter Rohöl sind ausgelaufen und haben Schäden verursacht, die bis heute in Alaska zu spüren sind.

Mindestens 400.000 Tiere sind verendet, die Küste ist noch immer mit Öl belastet. Die Fischerei vor Ort wird sich wohl nicht mehr erholen, die großen Heringsschwärme sind verschwunden. 3,4 Mrd. US-Dollar hat Exxon aufgewendet und sieht die Landschaft als wieder hergestellt an. Ein Urteil von 1994 sah Schadensersatzzahlungen von über fünf Mrd. Dollar an die rund 33.000 lokalen Fischer vor. 2008 entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass es mit rund einer halben Mrd. getan wäre.

Dafür hatte Exxon wegen der Unvorhersehbarkeit der Gerichtsentscheidungen noch keine Bilanzrückstellung gebildet. Die seinerzeitigen Underwriter – Lloyd’s und skandinavischer Markt – waren bereits 1997 gegen Zahlung von pauschalen 780 Mio. Dollar aus der Haftung entlassen worden. Vorausgegangen waren zahlreiche Arbitrage- und Gerichtsverfahren. Exxon hatte Deckung unter der 1988/1989er Global Corporate Excess Police (Deckungslimit 850 Mio. Dollar) gefordert. Soweit sich seinerzeit Versicherer mit Exxon verglichen hatten, ergaben sich anschließend Schwierigkeiten, die Rückversicherer in Sachen Folgepflicht festzunageln.

Exxons Tankerflotte gehört mittlerweile einer Tochtergesellschaft, SeaRiver Maritme. Im Fall eines erneuten Schadens verspricht man sich hiervon, dass Schadensersatzleistungen nicht auf Basis des Gruppengewinns, sondern nur auf der der Tochtergesellschaft kalkuliert würden. Der Kapitän indes hat 50.000 Dollar Strafe bezahlt und wurde zu 1.000 Stunden sozialer Arbeit verurteilt. Seine Lizenz hat er behalten, obwohl zehn Stunden nach dem Unglück ein Restalkoholwert von 0,61 Promille festgestellt wurde. (cpt/vwh)

Foto: Die Exxon Valdez ist heute vor 25 Jahren auf ein Riff aufgelaufen. Umweltschäden sind in Alaska bis heute nicht beseitigt. (Quelle: wikipedia)

Link: Mega-Schiffe mit Mega-Risiko (Tagesreport 14.03.2014)

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