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Euler Hermes: Weltweiter Anstieg der Branchenrisiken

17.03.2016 – Risiko_ZDFJede vierte Branche bewegt sich 2016 auf risikoanfälligem oder risikoreichem Terrain, konstatiert Euler Hermes. Demnach verzeichnen vor allem der Metallsektor sowie der Maschinen- und Anlagenbau eine deutlich verschlechterte Zahlungsmoral. Für die Pharmaindustrie und IT-Services verzeichnete der Kreditversicherer hingegen positive Signale.

Allerdings sind die Risiken je nach Branche durchaus unterschiedlich.”Die Metallbranche muss sich im Triathlon aus Nachfrage, Preisen und Verschuldung messen. Der Energiesektor tritt im Marathon der niedrigen Ölpreise an, der Bausektor im (Un-)Synchronschwimmen in den verschiedenen Ländern und der Maschinenbau im Hürden- oder Hindernislauf. Der Transportsektor zeigt beim Geräteturnen seine Künste beim Spagat zwischen Luftfracht, Straßenverkehr und Seetransport und der Einzelhandel kämpft beim Wrestling um Margen und Profite. Der IT-Dienstleistungssektor darf die eigene Deckung nicht vernachlässigen beim Fechtkampf gegen die Konkurrenz. Im Gegensatz dazu hat die Pharmabranche fast ein Luxusproblem und muss bei den Gewinnen den eigenen Hochsprung-Rekord brechen”, erläutert Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe.

Insgesamt bewege sich zum Jahresauftakt 2016 “jede vierte Branche auf schwierigem Terrain”, ergänzt Subran. “Das bedeutet, sie sind entweder bereits stark gefährdet oder sie weisen erhebliche Risiken auf und sind anfällig für wirtschaftliche Turbulenzen. Manager müssen also in den kommenden Monaten einen kühlen Kopf bewahren nach dem durch die Volatilität der Finanzmärkte verursachten Adrenalinschub, den steigenden Exportrisiken durch wachsende Insolvenzzahlen und einer vielerorts sinkenden Zahlungsmoral”, betont der Chefvolkswirt des Kreditversicherers.

So hat Euler Hermes in seiner aktuellen Studie “Let the Sector Games begin” rund 1.300 Einzelbranchen weltweit und auf ihre Branchenrisiken hin untersucht. Dabei hat der Kreditversicherer in seiner Branchenrisikoanalyse fünf makroökonomische Herausforderungen ermittelt, denen sich Unternehmen 2016 stellen müssen. Demnach prognostizieren die Volkswirte, dass die niedrigen Ölpreise zu einer Abschwächung der ölbezogenen Investitionstätigkeit um etwa 25 Prozent führen werden. Hinzu kommen laut Kreditversicherer die aktuellen Turbulenzen in den Schwellenländern, eine steigende Verschuldung, längere Forderungslaufzeiten und ein erhöhtes Ausfallrisiko, sowie eine große Volatilität und Unsicherheiten bei der globalen wirtschaftlichen Entwicklung.

Zudem sieht Euler Hermes die Spielräume für organisches Wachstum schwinden, was vermehrt zu Unternehmenszukäufen führen könnte. Der Kreditversicherer geht davon aus, dass das Volumen der weltweiten Fusionen und Unternehmenszukäufe 2016 erneut vier Mrd. US-Dollar übersteigen wird, wobei die Anzahl der Transaktionen um zehn Prozent auf rund 20.000 ansteigen dürfte. (vwh/td)

Bildquelle: ZDF

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