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Ergebnisvorteil für Versicherer mit adäquatem Liquiditätsmanagement

12.06.2015 – Buettner_CompiricusVon Thomas Büttner, Compiricus AG. Obwohl die Versicherungsbranche aufgrund ihres Geschäftsmodells ihrem Wesen nach über ausreichend Liquidität verfügt, zeigen die verschiedenen Krisen an den Finanzmärkten und das nicht zuletzt daraus resultierende Zinsniveau, dass auch dieses Risiko von den Versicherungsunternehmen beachtet werden sollte.

Das Liquiditätsrisiko wird auch bei Versicherern durchaus als wesentliches Risiko betrachtet, wie eine im letzten Jahr durch das FaRis-Institut an der FH Köln und die Compiricus durchgeführte Studie zeigt. Die Steuerung dieses Risikos wird in den einzelnen Unternehmen unterschiedlich wahrgenommen, auch abhängig von der Größe der jeweiligen Versicherung.

Meine Empfehlung: Ausgehend von einer cash flow-orientierten Planung – bei der höchster Wert auf die Integration aller Datenquellen im Unternehmen gelegt werden sollte – wird ein zu steuerndes Liquiditätsexposure ermittelt. Die Höhe der Liquiditätsreserve kann direkt aus dieser Übersicht und den Schwankungen der entsprechenden Ist-Werte der Vergangenheit abgeleitet werden – z.B. im Sinne einer „worst case“-Betrachtung.

Die Auswahl der Instrumente für die Vorhaltung der Liquiditätsreserve folgt einer grundsätzlichen Einordnung der am Markt verfügbaren Finanzinstrumente nach ihrem Ausfallrisiko und ihrer Fungibilität; die Rendite bei der Anlage ist auf Basis der hieraus ermittelten Vorgaben zu optimieren.

Gelingt es den Unternehmen durch einen derartigen Prozess, 50 Mio. Euro statt kurzfristig hochliquide längerfristig im regulären Kapitalanlagemanagement zu investieren, ergibt sich hieraus bereits ein Ergebnisvorteil von mehr als einer Mio. Euro pro Jahr – ein Beitrag, der gerade vor dem Hintergrund sinkender Margen und niedriger Renditen an Bedeutung gewinnt.

Auf Basis der Studienergebnisse sehe ich in der Branche konkrete Optimierungspotenziale vor allem bei einer noch höheren Aufmerksamkeit gegenüber dem Liquiditätsrisiko im Senior Management, der Etablierung eines geordneten Liquiditätsplanungs-Prozesses und bei der Standardisierung der oft uneinheitlichen Systemlandschaften.

Bild: Thomas Büttner, Manager der Compiricus AG, empfiehlt heute bei seinem Vortrag auf dem 8. FaRis & DAV Symposium in Köln einen am klassischen Marktrisikomanagement angelehnten Ansatz. (Quelle: Privat)

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Liquiditätsrisiken stehen auf der Agenda der Versicherer. Ausführlicher Expertenbeitrag vom Thomas Büttner (Compiricus), Ralf Knobloch und Oskar Goecke (Forschungsstelle FaRis, FH Köln) zu finanziellen Potenzialen von Risikomanagent bei Versicherern, in VW 3/15, (Einzelartikel zu 3,81 Euro)

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