Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Enthaftung und Zulagenmodell könnte von Nahles-Rente bleiben

07.05.2015 – Karch_AbaEtwa 800 Teilnehmer erwartet heute in Berlin die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) zu ihrer 77. Jahrestagung, die vor allem von Diskussionen über die so genannte “Nahles-Rente” geprägt sein dürfte. Aba-Chef Heribert Karch hat jetzt ein eigenes Reformmodell ins Spiel gebracht, das zentrale Anliegen der Bundesregierung (Stärkung der bAV in kleinen und mittleren Betrieben bei Haftungsbefreiung der Arbeitgeber) aufgreift.

Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (SPD), deren Rede heute mit Spannung von der Vorsorgeexperten erwartet wird, hatte das in ihrem Haus entwickelte “neue Sozialpartnermodell Betriebsrente“ zur Diskussion gestellt. Die Vorschläge waren bei Gewerkschaften und Arbeitsgebern aber auch bei der aba auf Skepsis gestoßen. Die Vorschläge zur Enthaftung der Arbeitgeber bei gleichzeitiger Absicherung der Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung für den Arbeitnehmer würden aber von der aba positiv gesehen, sagte Karch gestern im kleinen Kreis zu Journalisten. “Es gibt Stellschrauben, die gedreht werden müssen“, sagte Karch bei der Vorstellung des von seinem Fachverband entwickelten Reformmodells.

Um das Kernanliegen der Bundesregierung, der Ausbau der bAV in kleinen und mittelgroßen Betrieben, zu erfüllen, setzt Karch auf ein Zulagenmodell wie man es aus dem Regelwerk für vermögenswirksame Leistungen kennt. Arbeitgeber sollen jährlich bis zu 720 Euro (monatlich 60 Euro) unabhängig von der Einkommenshöhe der Arbeitnehmer in eines der bestehenden Durchführungswege zur bAV einzahlen können. Der Staat soll sich daran zu einem Drittel (bis zu 240 Euro) beteiligen. Hier würden zugleich auch gerade Geringverdiener profitieren, denen eine steuerliche Entlastung ja kaum helfe, da sie nur geringe Steuern zu entrichten hätten.

Ein solches Modell ließe sich auch stufenweise einführen, sagte Karch. Der Staat müsse die steuerlichen Zuschüsse zwar vorfinanzieren, wegen der nachgelagerten Besteuerung würden im Leistungsfall aber wieder Steuern zurückfließen. Die Enthaftung der Arbeitgeber ließe sich am besten über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) gestalten, aber auch hier gebe es Alternativen. Karch will heute sein Modell auf der Tagung im Detail darstellen und dann auch im BMAS persönlich vorstellen. (brs)

Bild: Heribert Karch (Quelle: Aba)

Tags: ,
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten