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“Elvira” kostet rund 450 Mio. Euro

06.06.2016 – Unwetter, Gewitter, Blitz by_Raphael Reischuk_pixelio.deSturmtief “Elvira” kostet die deutschen Versicherer voraussichtlich rund 450 Mio. Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine vorläufige Schätzung des Branchenverbandes GDV. Neben den versicherten Häuser und dem Hausrat sind darin auch die Schäden von Gewerbebetrieben und an kaskoversicherten Fahrzeugen. Noch nicht darin enthalten sind hingegen die Schäden in Niederbayern und Nordrhein-Westfalen.

Michael Fahmüller, Landrat des Kreises Rottal-Inn, beziffert die Schäden für Niederbayern hingegen auf rund eine Milliarde Euro. “Es sind mehr als 5.000 Haushalte betroffen, 500 Häuser schwer beschädigt, die wohl nicht mehr sanierbar sind”, wird er laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung zitiert. Zudem seien allein in seinem Landkreis etwa 200 Brückenzerstört, ganze Straßenzüge komplett weggespült, Daneben hätten Hunderte Fahrzeuge einen Totalschaden erlitten, viele Wirtschaftsbetriebe seien in ihrer Existenz bedroht.

“Elvira” wütete in der Nacht zum Montag vor allem über dem Norden und Osten Baden-Württembergs. Besonders betroffen war Braunsbach bei Schwäbisch Hall, das von einer Geröll- und Schlammlawine praktisch zerstört wurde. Die dadurch entstandenen Schäden an Häusern und Hausrat sind laut GDV durch die Elementarschadenversicherung abgedeckt.

Wie der GDV weiter mitteilt, sind zwar mehr als 99 Prozent aller Gebäude in Deutschland gegen Elementarschäden versicherbar. Allerdings haben sich derzeit bundesweit nur 38 Prozent aller Hausbesitzer dagegen abgesichert. Dennoch gibt es nach Angaben des Branchenverbandes durchaus große regionale Unterschiede.

Demnach sind in Baden-Württemberg immerhin 95 Prozent der Hausbesitzer gegen Elementarschäden abgesichert – gefolgt von Sachsen mit 47 Prozent, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit jeweils 44 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 36 Prozent. Bundesweite Schlusslichter sind laut Branchenverband der Stadtstaat Bremen mit 15 Prozent, gefolgt vom Saarland und Niedersachsen mit jeweils 16 Prozent, Hamburg mit 17 Prozent und Schleswig-Holstein mit 18 Prozent. In Bayern verfügen laut GDV derzeit nur 27 Prozent der Hausbesitzer über einen entsprechenden Versicherungsschütz Elementarschadenversicherung.

“In den Regionen, in denen die Gefahr für Hochwasser in regelmäßigen, kurzen Abständen hoch ist, wird meist kein Versicherungsschutz mehr gewährt. Selbst in Gebieten, in denen vielleicht nur alle zehn Jahre ein Hochwasser auftritt, ist das Geschäft für die Versicherungen wenig attraktiv”, kritisiert hingegen Bianca Boss vom Bund der Versicherten in einem Interview mit der Zeit. Den Grund dafür sieht die BdV-Sprecherin vor allem in den viel zu hohen Kosten. “Kaum ein Hausbesitzer ist bereit, 1.500 Euro für eine solche Versicherung auszugeben”, so Boss.

Daher fordert der Verband erneut eine entsprechende Pflichtversicherung für alle Hausbesitzer. “Die Prämie für die Versicherung wäre damit für jeden gleich, das Risiko würde so breit gestreut. Das Problem, sich gegen Hochwasser versichern zu können, lässt sich nur über eine verpflichtende Police lösen. Sonst bekommen Menschen in Hochrisikogebieten gar keinen Versicherungsschutz mehr”, erläutert Boss. Dafür sieht die Expertin die Politik in der Pflicht: “Momentan springen die Ländern oder der Bund mit Hilfszahlungen an die Betroffenen ein, und damit zahlen am Ende die Steuerzahler”, betont Boss.

Auch in Frankreich müssen die Versicherer aufgrund der Unwetter der letzten Tage wohl tief in die Taschen greifen. So schätzt der französische Branchenverband AFA laut Handelsblatt die Schäden des Starkregens auf mindestens 600 Mio. Euro. Allein im letzten Jahr hatten die Versicherer die gleiche Summe für eine Flut aufbringen müssen. (vwh/td)

Bildquelle: Raphael Reischuk / pixelio.de

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