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Droht das Ende der Provisionsvermittlung?

29.01.2015 – Christian_MyliusNeue digitale Geschäftsmodelle bedrohen tradierte Anbieter und veränderte ganze Branchen, warnt Christian Mylius, Partner der Beratungsgesellschaft Innovalue. Zwar ist bei Versicherungsprodukten immer noch ein Impuls von Freunden und Bekannten wichtigster Anlass zur Suche. Doch gesucht wird im Internet. Erwachsene nutzen überwiegend Suchmaschinen, während Jugendliche sich stärker über soziale Medien informieren.

Allerdings bleiben die Einschätzungen über die Zukunft des Vermittlermarkts für Altersvorsorgeprodukte in Deutschland gespalten. So hält Paul Matthews, CEO von Standard Life UK & Europa eine Entwicklung zu einem Honorarberatermarkt nach britischem Vorbild für möglich. Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender der deutschen MLP AG, geht hingegen davon aus, dass ein modifiziertes Provisionssystem erhalten bleibt.

Auf dem 2. SZ-Versicherungstag in Bensberg skizzierte Schroeder-Wildberg unterschiedliche künftige Provisionsszenarien. So könnte in einer Übergangszeit weiterhin eine Abschlussprovision bezahlt werden, während die Stornohaftung auf acht bis zehn Jahre erweitert wird. Später würde dann die Provision auf fünf Jahre verteilt und möglicherweise gleichzeitig eine laufende Provision geleistet. (siehe DOSSIER)

Der Standard Life-Chef Matthews verwies hingegen darauf, dass die Umsätze im britischen Vorsorgemarkt trotz des Umstiegs auf die Honorarberatung deutlich gestiegen seien. Der Umstieg in den Beratermarkt habe zu deutlich mehr Transparenz geführt. Zudem könnte der britische Markt, der frühzeitig aus Garantien ausgestiegen sei, für Deutschland eine Art Blaupause sein. “In Großbritannien bieten die Versicherer innovative Produkte an und orientieren sich stärker an den Wünschen der Kunden”, sagte.

Für Andreas Eurich, Vorstandsvorsitzenden der Barmenia, wird die Personenversicherung auch in Zukunft trotz deutlich erschwerter Rahmenbedingungen attraktive Geschäftspotentiale bieten. “Der Kunde wird zunehmend informierter und die Grenzen zwischen den Vertriebswegen werden durchlässiger”, betonte er. Daher müssten Assekuranzen dort investieren, wo andere Anbieter ihren Kunden abholen würden. (usk)

Bild: Christian Mylius (Quelle: Innovalue)

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