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Drei Jahre Vorlauf für Outsourcing von Beständen in Leben

11.04.2016 – Run-off_Koeln_cptRun-Off wird mit Solvency II anspruchsvoller. “Ein rein passiver Ansatz reicht nicht mehr aus”, sagt Sylvain Villeroy de Galhau von den Axa Liabilities Managers, die bereits größere Run-Offs erworben haben. Beim Run-off-Forum in Köln verweist er auf gestiegene Eigenkapitalanforderungen. Die Übernahme komplexer Altbestände habe immer etwas vom “Kauf der Katze im Sack”, umreißt Hubertus Labes von der Hamburger Rückversicherung eine weitere Schwierigkeit.

„Die Komplexität historischer Pools ist beträchtlich: die Zusammensetzung hat sich von Jahr zu Jahr verändert”, erklärt HIR-Vorstand Hubertus Labes. Dokumentation und Buchhaltung seien zudem oft unvollständig. Nur mit der hundertprozentigen Übernahme für alle relevanten Zeichnungsjahre seien volle Synergien erzielbar, weswegen man dies auch stets anstrebe.

Unwägbarkeiten bleiben immer bei Pool-Ablösungen bestehen, trotz detaillierter Due Diligence.

Gerade Solvency II lässt Run-off weiter zum Spezialistengeschäft werden. Das benötigte Eigenkapital hat sich seit dem 1.1.2016 jedoch um einen Faktor von mindestens 10 erhöht, was sich die meisten Versicherer für ein nicht-Kerngeschäft nicht leisten können, stellt Sylvain Villeroy de Galhau fest. Hinzu kommen die Anforderungen unter der zweiten und dritten Säule.

“Es bedarf besonderer Spezialkenntnis für Asbest, D&O und sonstige Haftpflichtuntersparten, des weiteren einer regionalen Präsenz, der klaren Verantwortung in der Organisation und spezieller IT Fähigkeiten um den Überblick über eine Vielzahl von Zeichnungsjahren und die zu integrierenden historischen IT-Plattformen zu behalten.”

Gerade im Outsourcing von Beständen in der Lebensversicherung sieht Ian Betley, Managing Director bei IFDS, einer Beteiligungsgesellschaft der britischen State Street Bank Hürden: die Digitalisierung der Dokumentation bei gleichzeitiger Datenschutz-Compliance, die Zusammenfassung mehrerer Bestände zur Reduzierung der Datengeheimhaltungs-, aktuariellen und regulatorischen Kosten. Dabei sollten die Kunden unter Run-off Policen durchaus noch für mögliche Neuabschlüsse angesprochen werden, ein weiterer Zusatznutzen für den Neubesitzer des Bestandes.

Drei Jahre rechnet er als Vorlaufzeit für ein derartiges Outsourcing in Leben. (cpt)

Bild: Rund 50 Run-off-Dienstleister kamen zum von Martin Kanwar (Refocus LLC in Zug/CH) veranstalteten German Run-off Forum 2016 nach Köln (Quelle: cpt)

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