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DIW fürchtet Versorgungslücken im Pflegebereich

07.04.2014 – altenpflege-150Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) drohen bei weiter starker Zunahme privater Zusatzversicherungen langfristig Versorgungslücken – zumindest bei weniger wohlhabenden Schichten. Immer mehr gesetzlich Krankenversicherte schließen eine private Zusatzversicherung ab:

Verfügten nach den Daten des Sozio-oekonomischen Panels  (SOEP) im Jahr 2000 knapp zehn Prozent der Versicherten über eine private Zusatzversicherung, so waren es 2012 fast 22 Prozent oder rund 13 Millionen Menschen. Etwa 17 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten verfügten über eine Zusatzversicherung für Leistungen beim Zahnersatz, knapp elf Prozent schlossen Zusatzversicherungen für Krankenhausbehandlungen ab, etwa neun Prozent sicherten sich zusätzlich im Bereich Heil- und Hilfsmittel ab. In etwa verdoppelt hat sich auch der Anteil der erwachsenen gesetzlich Krankenversicherten mit einer Auslandskrankenversicherung (auf knapp acht Prozent).

Besonders häufig werden die privaten Zusatzversicherungen von Frauen, Personen mittleren Alters, mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss und überdurchschnittlichem Einkommen abgeschlossen. Auch verfügen sie häufiger über einen guten oder sehr guten Gesundheitszustand. „Angesichts der starken Zunahme von privaten Zusatzversicherungen stellt sich die Frage, ob dies langfristig zu Versorgungsdefiziten führen kann, da die Verbreitung der Zusatzversicherung offensichtlich mit der Höhe des Haushaltseinkommens korreliert“, warnt Markus Grabka, seineszeichens Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim SOEP.

Das deutsche Pflegesystem ist in erheblichem Maße abhängig von Menschen, die sich um pflegebedürftige Angehörige oder Freunde kümmern. Solch informelle Pflegetätigkeiten erbringen zwischen fünf und sechs Prozent aller Erwachsenen in Deutschland. „Gleichzeitig sollen sie durch eine höhere Erwerbsbeteiligung und mehr Arbeitsstunden auch den Rückgang der Erwerbsbevölkerung infolge des demografischen Wandels abmildern. Die Frage nach der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird also massiv an Bedeutung gewinnen“, stellen Johannes Geyer und Erika Schulz in einer DIW-Studie fest.

Foto: Informelle Pflege entlastet die Pflegekassen, vermindert dafür Einnahmen aus der Erwerbssteuer (Quelle: DIW)

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