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Digitaler Gesundheitsmarkt wächst dank Start-ups

29.09.2016 – TelemedizinDie digitale Transformation des Gesundheitsmarktes nimmt immer stärker an Fahrt auf. So rechnen die Experten von Roland Berger damit, dass sich das weltweite Marktvolumen von knapp 80 Mrd. US-Dollar im Jahr 2015 auf über 200 Mrd. Dollar bis 2020 mehr als verdoppeln wird – ein durchschnittliches Wachstum von jährlich 21 Prozent. Haupttreiber sind Start-ups: Allein in den USA stieg die Finanzierung in die jungen Gesundheitsfirmen im Jahr 2015 um 4,5 Mrd. Dollar.

Der erste deutsche digitale Krankenversicherer, Ottonova, wartet noch auf seine Bafin-Zulassung. Der geheime Oscar-Konkurrent könnte der Telemedizin hierzulande zum Durchbruch verhelfen. 59 Prozent der Bundesbürger zeigen sich offen gegenüber dem sogenannten Tele-Monitoring, wie VWheute berichtete. Das Projekt Teleclinic stößt ebenfalls auf positive Resonanz. “Wir sind nun seit Anfang Mai mit der Barmenia im Live-Betrieb und verzeichnen fast 1.000 registrierte Patienten”, zeigt sich CEO Katharina Jünger im Interview mit VWheute zufrieden.

Derzeit wird in den Gesundheitsmarkt kräftig investiert. “Wir sehen aktuell eine sehr große Dynamik. Junge Start-ups drängen mit neuen Geschäftsmodellen in den Markt”, erklärt Roland Berger-Partner Thilo Kaltenbach. Neben den USA bleibe auch Europa sehr attraktiv für die Gründerszene. “Über 20 Inkubatoren und zahlreiche Industrieinitiativen schaffen ein sehr gutes Umfeld. Zusätzlich investiert die Politik: Die Horizon 2020-Initiative der Europäischen Kommission stellt zum Beispiel 600 Mio. Euro für Europas digitale Zukunft bereit”, so Kaltenbach.

Mit digitalen Geschäftsmodellen versuchen sich diese neuen Anbieter Anteile eines lukrativen Marktes zu sichern. Alle Marktteilnehmer sollten daher schnell handeln, um sich für die Digitalisierung zu wappnen, so das Ergebnis der neuen Roland Berger-Studie “Digital and Disrupted: All change for Healthcare – How can pharma companies flourish in a digitized healthcare world?”

Von der P4-Medizin, die für eine prädiktive, präventive, personalisierte und partizipative Behandlung steht, könnten unter anderem die Krebsfrüherkennung sowie immunologische Indikationen profitieren. “Die P4-Medizin erschließt neue Geschäftsmöglichkeiten und wirkt, bevor eine Therapie von Krankheiten überhaupt notwendig wird”, erklärt Roland Berger-Partner Morris Hosseini. Vor allem das Segment für mobile Dienste, wie zum Beispiel Apps für Smartphones, mit einem jährlichen Wachstum von mehr als 40 Prozent, treibt die Digitalisierung der Branche voran.

Das Smartphone erfasst als täglicher Begleiter Werte, wie zum Beispiel den Blutdruck, die Körpertemperatur, Schlafgewohnheiten, usw. Auf dieser Basis soll die App Erstdiagnosen erstellen können und seinem Besitzer bei Bedarf einen Arztbesuch oder direkt die passende Medikation empfehlen. So könnte zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. “Die Digitalisierung wirkt sich vielfältig auf den Gesundheitsmarkt aus. Sie reicht von Diagnosen und Therapien durch Information-guided Therapy über Anwendungen auf Basis von Metabolomics und Microbiomics bis hin zu Stammzelltherapien mit Hilfe des Genomeditings, wie zum Beispiel CRISPR-CAS9″, erklärt Morris Hosseini. (vwh/dg)

Bildquelle: Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach

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