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“Die vielleicht letzte Chance für die Betriebsrente”

25.04.2016 – Karch_brsAba-Chef Heribert Karch sieht den Ball in Sachen Betriebsrente jetzt bei der Politik. Die verantwortlichen Staatssekretäre sind heute zu Gast bei der Jahrestagung und stellen sich der Diskussion zu den aktuellen Gutachten und zum weiteren Weg. Karch seinerseits mahnt im Vorab-Interview mit VWheute zur Eile.

VWheute: Wird sich das Sozialpartnermodell durchsetzen oder kommt eine Art bAV-Riester oder etwas ganz anderes?

Heribert Karch: Die aktuellen Vorschläge zur Förderung reichen bei weitem nicht, um einem Sozialpartnermodell Drive zu geben. Ich denke aber es wird einen Kompromiss geben. Wenn nicht, dann kommt mit der nächsten Legislaturperiode etwas ganz anderes. Und das wird uns nicht gefallen.

VWheute: Welchen Zeitrahmen für die bAV-Reform halten Sie für realistisch?

Heribert Karch: Ich vermute, Referentenentwurf vor und Kabinettsbeschluss nach der Sommerpause. Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens bis zum Jahresende. Wir haben also noch sehr knappe drei Monate, die Debatte zu fokussieren.

VWheute: Wie ist zu verhindern, dass die bAV angesichts der aktuellen Debatte unter die Räder kommt?

Heribert Karch: Diese Gefahr sehe ich nur bei Konzepten wie der Deutschlandrente. Die bAV bekommt aktuell die vielleicht letzte Chance ihre PS endlich auf die Straße zu bringen. Nach einem in 15 Jahren noch nicht annähernd geschafften Reformprozess ist das sogar folgerichtig, sofern man Staatsinterventionismus vermeiden will. Dieser käme als nächstes, wenn das nichts wird.

VWheute: Sie hatten nie ein Erkenntnisproblem, schreiben Sie in ihrem Statement zu den Gutachten. Immerhin soll die Einstandspflicht für die Arbeitgeber wegfallen?

Heribert Karch: Ich habe schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass wir vor einer neuen Kalibrierung der Risikoteilung stehen. Alles was jetzt in Rede steht, wird seit Jahren von uns adressiert.

VWheute: Beim Sozialpartnermodell sehen sich zudem klassische Vertriebsstrukturen an den Rand gedrängt. Welche Punkte werden jetzt heiß diskutiert? Wo sehen Sie die Baustellen?

Heribert Karch: Beratung ist selbst bei automatischer Einbeziehung weiterhin notwendig. Ohne beiderseits mischfinanzierte Altersversorgung werden wir nicht erfolgreich sein. Denn es geht darum, möglichst hohe Beiträge in die bAV zu steuern. Vertriebsstrukturen können diesen Prozess entscheidend befördern, müssen aber Ansätze und Konzepte überarbeiten. Mehr denn je zählen dann Skalen in kollektiven Prozessen anstelle der Einzelvergütung.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Aba-Vorstandschef Heribert Karch. (Quelle: brs)

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