Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Die Stagnationsängste schlagen zurück

29.10.2014 – Ein Marktausblick von Christina Böck, Head of Investment Solutions Switzerland bei Axa IM.

Nach den Warnungen des IWF und den Äußerungen der Fed rechnen immer mehr Investoren mit einer längeren Stagnation, insbesondere im Euroraum. Die enttäuschenden Konjunkturdaten insbesondere aus Deutschland sind hierbei ein wichtiger Faktor. Unsere 2015er BIP-Prognose für den Euroraum beträgt nun nur noch 0,8 Prozent, da die drei Hauptgründe für die aktuelle Abkühlung fortbestehen dürften: Die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine und deren Auswirkungen auf den Export, die nicht enden wollende Rezession in Italien und der mangelnde Anstieg der Unternehmensgewinne.

Insgesamt dürfte der schwächere Euro eine Rezession verhindern, doch erwarten wir frühestens Mitte 2015 einen deutlichen Aufschwung. Allerdings muss sich hierfür die EZB endlich zum Quantitative Easing entschließen. Und  die Fiskalpolitik muss wachstumsfreundlicher werden, wozu es eine neue Kompromissfindung auf europäischer Ebene und einen gewissen Mentalitätswechsel in der deutschen Politik braucht.

Die 2015er Wachstumsprognose für die USA liegt mit 2,7 Prozent aufgrund der guten Investitions- und Konsumaussichten deutlich höher. Die Haushaltseinkommen steigen, die Unternehmen investieren noch immer viel und die Export-Absatzmärkte (Kanada, Mexiko) sind ebenso in guter Verfassung. Die Knappheit am Arbeitsmarkt dürfte die Fed zu einer ersten Zinsanhebung Mitte 2015 bewegen. Der stärkere Dollar und niedrigere Energiepreise könnten den Zinsschritt aber hinauszögern.

An den Finanzmärkten dürfte wohl die Volatilität einige Zeit anhalten. Wir sind keinesfalls sicher, dass die Rezessionsangst im Euroraum schon vollständig in den Kursen berücksichtigt ist. Eine Rezession ist zwar keinesfalls unser Hauptszenario, doch wir wissen, dass die Märkte gerne übertreiben, und sie werden wohl durch eine Phase dieser Sorge gehen müssen. Daher sind wir kurzfristig bei Aktien global neutral, mittelfristig allerdings wieder positiver. Denn in nicht allzu weiter Zukunft wird die Konjunktur die Märkte wieder bestimmen, mit steigenden Realeinkommen in den Industrieländern, großzügigen Kreditbedingungen in den USA und dadurch einem allgemein günstigeren Geschäfts- und Konsumklima. Heute raten wir im Aktienbereich zu einer Übergewichtung Japans und einer Untergewichtung der Schwellenländer außerhalb Asiens. Von Staatsanleihen raten wir durchweg ab. Bei Unternehmensanleihen setzen wir auf rein fundamentaler Basis auf Investmentgrade-Titel aus dem Euroraum und High Yield-Anleihen aus den USA. Sollte die Europäische Zentralbank allerdings zum Quantitative Easing greifen, dann könnte die Jagd nach Rendite neu entfacht werden und eine Rally bei allen europäischen Unternehmensanleihen, alle Ratings inbegriffen, auslösen. (vwh)

Bild: Christina Böck, Head Solution Strategists Central Europe CIO Schweiz. (Quelle: Axa IM)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten