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Die Gratwanderer – Manager vor Gericht

10.10.2014 – Two dogs in hallway, one with paw on letterHaften Organmitglieder bei Managementfehlern zu viel oder zu wenig? Zu dieser Frage schlägt der 70. Deutsche Juristentag 2014 vor, die für streng erachtete Managerhaftung punktuell zu mildern. Gerade die aktienrechtliche Organhaftung gilt als scharf, da die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats in Aktiengesellschaften in materieller Hinsicht hart belangt werden können. Deshalb spricht sich der djt für moderate Lockerungen der Organhaftung und eine erleichterte Haftungsdurchsetzung aus.

Zu den wichtigsten Beschlüssen des djt zählt die Empfehlung, den aktienrechtlichen Grundsatz der Satzungsstrenge zu lockern und zu ermöglichen, die Haftung durch Satzungsautonomie und über Haftungshöchstgrenzen – zeitlich befristet – zu beschränken. Zudem befürworten die Juristen, bei Schadenersatzklagen gegen Vorstände und Aufsichtsräte die bisherige Umkehr der Beweislast abzuschaffen. Für Arbeitgeber und Manager ist es wichtig, offene Fragen zur Haftung zu klären und Risiken abzusichern. Ein erster Schritt ist, sich über Compliance, Haftung und Deckung zu informieren und daraus den individuellen Handlungsbedarf abzuleiten, etwa ein Risikomanagementsystem zu etablieren (siehe DOSSIER).

Dabei sollte die Kernaufgabe einer D&O-Versicherung nicht aus dem Blickfeld geraten, wie Bernhard Müller, Vice President Financial Lines, Major Loss Claims Europe von AIG Europe anmahnt. Auf die Frage von VWheute, ob es sinnvoll sei, dass zusätzlich zu der Basis-Haftpflicht-Versicherung immer mehr Bausteine für spezielle Risiken in die Versicherung gepackt werden, antwortet Müller mit einem klaren Nein, denn “zusätzlichen Bausteine sollten aus Schadensicht beschränkt werden, denn viele davon sind einfach nicht sinnvoll und haben mit dem ursprünglichen Kern der D&O-Versicherung, für die dieses Produkt einmal entworfen wurde, nicht mehr viel gemeinsam (siehe VERTRIEB) und dehnen den Versicherungsschutz über alle Maßen aus.” Sonst, so Müller wird “die D&O-Versicherung langsam, aber sicher zur All-Risk-Versicherung für Organe.”

Die D&O Versicherung bildet auch den Brennpunkt des 5. Hamburger Forums Haftpflichtversicherung des Seminars für Versicherungswissenschaft an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg an diesem Freitag. Im Mittelpunkt wird dabei ein Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungen dieser Sparte stehen. Außerdem wird der Strafrechtsschutz ausführlich diskutiert (siehe Agenda, PDF). Die Nachfrage nach entsprechendem Schutz steigt, sowohl bei großen Unternehmen als auch bei kleinen und mittelständischen Firmen stark an, so Müller weiter: “Unternehmen und Unternehmer aller Branchen setzen sich intensiv mit der Thematik und den bestehenden Risiken auseinander.”

Um Konzernen und mittelständischen Betrieben in Fragen der Managerhaftung zu unterstützen, haben BLD Bach Langheid Dallmayr Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, DUAL GmbH, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sowie das F.A.Z.-Institut gemeinsam eine Studienbroschüre herausgegeben. Die Studie beleuchtet die Bereiche Compliance, Haftung und Deckung.

Link: Download zur Studie (PDF – 32 Seiten)

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