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Die Börsenwoche: Grexit aus der Schublade geholt

21.09.2015 – boersenplatz_ffmJanet Yellen hat es nicht gebracht. Der Grexit wird wieder aus der Schublade geholt. An Themen für weitere Rückschläge auf den Märkten mangelt es nicht. Fraglich, ob ein Ifo-Index aus dem Hause Hans-Werner Sinn dazu in der Lage ist, die Hängepartie zu beenden. Die Axa-Investors stellen fest: “Aktien trotz geringen Wachstums attraktiv.” Eine LBB-Einschätzung fordert Investoren auf, Schwellenländer-Anleihen stärker zu berücksichtigen.

Syriza hat in Griechenland wohl knapp die Nase vorn: Das könnte die Hängepartie für den Dax weiter verlängern. Denn plötzlich ist der Grexit wieder Thema. Dass ein neuer alter Premier Alexis Tsipras künftig für umfassende Modernisierung steht, zweifeln die Analysten an.

Vor dem Hintergrund weiterer Unwägbarkeiten – mittlerweile scheint es vollkommen offen, ob die US-Fed in diesem Jahr überhaupt noch die Zinswende einleitet – bleibt auch der Börsencrash in China virulent. Die 11.000er-Marke zum Jahres-Ultimo des Dax rückt vorerst in weite Ferne.

„Nahezu alle Rohstoffpreise sind gefallen, ein Zeichen dafür, dass die Weltnachfrage mit dem Angebot nicht Schritt hält”, erklärt Axa-Chefvolkswirt Eric Chaney in einer aktuellen Prognose.

„Insgesamt setzen wir auf Aktien aus Industrieländern mit höherem Beta“, schließt Chaney. „Mehrere Faktoren sprechen hier für eine Übergewichtung des Euroraums: zum ersten das stabile Gewinnwachstum von etwa zehn Prozent, dann die Aussicht auf noch mehr Quantitative Easing und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 13,5 auf Basis der erwarteten Gewinne.“

Lutz Röhmeyer, Fondsmanager der LBB-Invest glaubt nicht daran, dass die Mehrheit der Schwellenländer in eine Rezession abgleitet. „Ihr Wachstum dürfte 2015 im Schnitt nun 4,2 statt der ursprünglich prognostizierten 4,7 Prozent betragen, was verkraftbar erscheint.“ Den tatsächlichen Grund für die Sommerturbulenzen an den Finanzmärkten sieht der Schwellenländer-Experte in der Auflösung sogenannter Carry Trades.

Hierbei borgen sich Investoren Kapital in Niedrigzinsregionen und legen es in höher verzinslichen Staaten an. „Dies würde auch erklären, warum ausgerechnet der Euro in die Höhe schoss, als die Turbulenzen an den Devisenmärkten eskalierten“.

Er hält Anleihen in lokalen Währungen für überaus preiswert. Dies gelte insbesondere für Rententitel der Emerging Markets. (ku)

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