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Deutsches Taxigewerbe rechts “Uber-holt”

09.09.2014 – faz_uber_taxiMit Macht suchen sich die Kräfte der digitalen Revolution ihren Weg außerhalb der gewohnten Pfade der Old Economy. Aktuell erhitzt das Geschäftsmodell der Mitfahr-App “Uber Pop” die Gemüter bei Verbänden, Versicherern, Politikern und Juristen. Nach Klage der Taxi-Vereinigung und erfolgreicher Einstweiliger Verfügung macht das amerikanische Start-up Unternehmen trotzdem weiter und verblüfft damit die deutsche Öffentlichkeit. Offensiv zeigt sich auch Pierre Dimitri Gore Coty, General Manager Westeuropa bei Uber, in seinem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ vom 08.09.2014, nicht online).

“Das Uber-Verbot ist zu simpel”, leitet Gore Coty seinen Standpunkt ein und zitiert die vormalige EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, mit dem Bonmot: „Innovatoren können nicht einfach untätig herumsitzen und auf eine Erlaubnis warten, die niemals kommt.“

Auch Uber hat keine Lust “einfach herumzusitzen”, nicht nur, weil es die Unternehmensphilosophie konterkarieren würde, sondern auch weil die Konkurrenz nicht schläft. Das gilt für viele Bereiche des digitalen Business, weshalb der Uber-Chef den Deutschen ganz grundsätzlich ins Stammbuch schreibt: “Gesetze und Vorschriften sollten die Rechte der Verbraucher schützen. Stattdessen dienen sie oftmals nur dazu, Bereiche zu schützen, in denen es bisher keinerlei Wettbewerb gegeben hat.”

Als Antreiber der digitalen Wende und Teil einer größeren umfassenden Revolution im Personentransport fordert der Chef von Uber Pop: “In Zukunft werden fortschrittliche Städte flexible, sichere und innovative Möglichkeiten bieten, um die Bedürfnisse der Menschen nach mehr Mobilität zu befriedigen. In vielen Ländern der Welt nehmen fortschrittliche und vorausschauende Städte das Angebot von Uber schon begeistert an. Deutschland sollte hier nicht zurückfallen.”

Eine klare Gegenposition bezieht hier Europas größter Automobilclub, der ADAC. In seiner Mitgliederzeitung Motorwelt wird Hausjurist Ulrich May zitiert: “Nach unserer Ansicht steht Uber Pop im klaren Gegensatz zu derzeit geltendem Recht.” Die Verkehrsbehörden in Hamburg und Berlin gehen bereits gegen Uber vor. De facto riskiert jeder Fahrer eine Geldbuße von bis zu 20.000 Euro, so die Motorwelt weiter.

Und Lisa Nienhaus schreibt in ihrem Kommentar zum Auftreten der neuen Kraft auf dem Markt für Personenbeförderung: “Der Internet-Taxivermittler Uber attackiert das deutsche Taxi-Kartell und schafft einen Markt, wo vorher keiner war: in der Grauzone zwischen Freundschaftsdienst und Geschäft. Endlich passiert mal was im alten Kapitalismus!” (vwh)

Links: Angriff auf das Taxi-Kartell, Warum dürfen Mitfahrzentralen Personen befördern, Uber aber nicht?

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