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Deutsche wollen weniger konsumieren

24.08.2015 – klaus-uwe_gerhardt_pixelio.deAngesichts steigender Konjunkturrisiken hat sich die Kauflaune in Deutschland leicht eingetrübt. Wie die Gesellschaft für Konsumklimaforschung (GfK) in ihrer Umfrage unter 2.000 Verbrauchern mitteilte, werde das Konsumklima im September um 0,2 auf 9,9 Punkte fallen. Dies sei der schlechteste Wert seit einem halben Jahr. Von einer Krise gebe es jedoch keine Spur, so die Forscher.

“Trotz des Rückganges kann man nicht davon sprechen, dass der Konsummotor nun ins Stottern gerät oder sogar abgewürgt würde”, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. “Nach wie vor ist das Niveau des Indikators hoch”. Zudem bleibe der private Konsum in diesem Jahr ein wesentlicher Pfeiler für den Aufschwung. Vielmehr lassen das schwächere Wachstum in China und den anderen großen Schwellenländern die Sorge aufkommen, dass die exportabhängige deutsche Wirtschaft an Schwung verlieren könnte, so die Experten weiter.

Dennoch nehme die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen wie Computern oder Möbeln ab. Und trotzdem: “Die Verbraucher gehen aber weiterhin klar davon aus, dass sich ihre persönliche finanzielle Lage weiter verbessern wird”, erläutert Bürkl. “Eine sehr robuste Beschäftigungslage, die zudem Raum für ansehnliche Einkommenszuwächse der Arbeitnehmer bietet, ist der wesentliche Grund für diesen Optimismus.”

Führende Wirtschaftsexperten sehen allerdings noch ein anderes Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland – nämlich die Risikoaversion der Deutschen. “Die Angsthasen bedrohen die ökonomische Zukunft Deutschlands”, beklagt Holger Zinke, Gründer des Biotech-Unternehmens Brain, laut Manager Magazin. Denn “ohne Risikobereitschaft kann es keinen Fortschritt gegeben, denn null Risiko bedeutet Stillstand”, gibt sich auch Bayer-Chef Marijn Dekkers kritisch.

So kam eine repräsentative Umfrage der Kommunikationsagentur Edelmann bereits Anfang 2015 zu dem Ergebnis, dass 57 Prozent der Deutschen der technische Fortschritt zu schnell ginge. Und dies trotz des Umstandes, dass deutsche Ingenieure für ihren Erfindergeist weltberühmt sind. Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fasste diesen Widerspruch mit einem Wort zusammen: “Wohlstandskrankheit”. (vwh/td)

Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt/ pixelio.de

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