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Deutsche Studenten zieht es ins Ausland

16.07.2014 – unidozent_150Noch nie waren an deutschen Hochschulen mehr ausländische Studierende eingeschrieben als heute. Auch nach dem Studienabschluss bleibt jeder zweite ausländische Absolvent zunächst in Deutschland – deutlich mehr als bisher angenommen. Gleichzeitig gehen deutsche Studenten im internationalen Vergleich besonders häufig für studienbezogene Aufenthalte ins Ausland.

Das geht aus dem Bericht „Wissenschaft weltoffen 2014“ hervor, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) vorgestellt hat. „Deutschland ist bei ausländischen Studenten so beliebt wie nie zuvor. Deutsche Hochschulen sind internationale Orte geworden“, sagte Bildungsministerin Johanna Wanka. „Für Forschung oder Studium eine Zeit im Ausland zu verbringen und an den Hochschulen mit ausländischen Kommilitonen und Lehrenden zusammen zu arbeiten, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Exzellente Wissenschaft braucht den internationalen Austausch. Grundvoraussetzung dafür sind weltoffene Hochschulen, an denen vom Professor über das Verwaltungspersonal bis hin zu den Studierenden eine Willkommenskultur gelebt wird.“

Deutschland ist nach den USA und Großbritannien für ausländische Studenten das beliebteste Gastland. Die Zahl aller ausländischen Studenten lag im Wintersemester 2013/14 erstmals über der Marke von 300.000, damit kommt etwa jeder zehnte Student in Deutschland aus dem Ausland. Besonders groß ist der Zustrom in Masterstudiengängen. Überproportional viele Ausländer studieren in Deutschland Ingenieursdisziplinen. Der Ausländeranteil an den Hochschulangehörigen liegt bei etwa zehn Prozent – rund 35.300 wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter mit ausländischer Staatsbürgerschaft waren 2012 an deutschen Hochschulen beschäftigt.

Rund 134.000 Deutsche studierten im Jahr 2011 im Ausland, etwa jeder dritte Student in Deutschland absolvierte während seines Studiums einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt. Die deutschen Studenten sind im Vergleich zu den meisten anderen Ländern überdurchschnittlich mobil, auch wenn die Mobilitätsquoten seit dem Jahr 2000 weitgehend unverändert sind. Die Bundesregierung und der DAAD haben sich das Ziel gesetzt, dass bis 2020 jeder zweite deutsche Hochschulabsolvent Auslandserfahrung gesammelt haben soll.

Ein Schwerpunkt von „Wissenschaft weltoffen“ widmet sich in diesem Jahr den akademischen Austauschbeziehungen zwischen USA und Deutschland. Nach Kanada und Großbritannien ist Deutschland für US-amerikanische Studierende, die im Ausland eingeschrieben sind, das wichtigste Gastland. Bei den deutschen Studierenden ist hingegen im letzten Jahrzehnt ein rückläufiges Interesse gegenüber den USA als Studienziel festzustellen. Bei Naturwissenschaftlern aus den USA ist Deutschland inzwischen wichtigstes nicht-englischsprachiges Gastland.

„Wissenschaft weltoffen“ ist das Referenzwerk zur internationalen Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern. Der DAAD analysiert darin die Rolle Deutschlands im weltweiten Wissensaustausch. Der Bericht entsteht in Kooperation mit dem DZHW und wird finanziert vom BMBF und dem Auswärtigen Amt (siehe DOSSIER). (vwh)

Bild: Deutsche Ingenieurswissenschaften gehören zu den beliebtesten Studiengängen für ausländische Studenten. (Quelle: vwh)

Link: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

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